Wandertag wegen Sager von Westenthaler: Christen & Muslime laden zum 'Kipferlsturm'

BZÖ: Furcht vor Halbmonden statt Gipfelkreuzen Kuriose Wahlkampftricks Anlass für Peilstein-Ausflug

Wandertag wegen Sager von Westenthaler: Christen & Muslime laden zum 'Kipferlsturm' © Bild: APA/Schwei

Kuriose Wahlkampftricks können mitunter auch zum besseren Miteinander führen: Christen und Muslime luden zum "Kipferlsturm" auf den Peilstein im Wienerwald ein. Auslöser für den gemeinsamen Wandertag war die Befürchtung von BZÖ-Chef Westenthaler im Wahlkampf 2006, Halbmonde könnten Kreuze auf heimischen Gipfeln ersetzen.

Westenthaler hatte im TV-Duell mit Alfred Gusenbauer aus einem angeblichen Briefwechsel des Wiener SP-Gemeinderats Omar Al-Rawi mit dem Alpenverein zitiert. Der Brief stellte sich als Fälschung heraus, trotzdem wollte der BZÖ-Obmann lange Zeit nicht von dem Standpunkt abrücken, der Alpenverein wolle eine islamische Sektion im Alpenverein einrichten und auf Gipfeln statt der Kreuze Halbmonde errichten. Die angeblichen Verfasser gingen wegen der Unterstellungen vor Gericht, mit Al-Rawi gab es einen Vergleich, das Verfahren gegen den Alpenverein verlor Westenthaler.

Wanderung mit Symbolcharakter
"Der einzige, der hier verloren hat, war der Politiker", resümierte Alpenvereins-Vizepräsident Ermacora neben dem Gipfelkreuz des Peilsteins stehend. Auch er hatte sich an der Wanderung mit Symbolcharakter beteiligt, nicht zuletzt, um klarzustellen: "Wir sind ein Verein, der offen ist. Bei uns ist jeder herzlich willkommen." Trotzdem sei die Aktion Westenthalers alles andere als angenehm für den Alpenverein gewesen, man habe sich plötzlich mitten im Wahlkampf gefunden.

Altbekannte Ängste schüren
"Ein Kreuz ist für mich nichts Fremdes", zerstreute IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh Ängste, der Islam hätte die Demontage geliebter abendländischer Symbole geplant. Er stellte klar: "Wir sind gläubige Muslime und es stört uns überhaupt nicht, dass es gläubige Katholiken in diesem Land gibt.

Anwesend war auch der wahre Verfasser des aufsehenerregenden Halbmond-Briefes. Der Journalist Gerd Millmann, einst Pressesprecher des nunmehrigen SPÖ-Parteichefs Faymann zu Zeiten als Wiener Stadtrat. Neuster Stand im Halbmond-Streit: Westenthaler wolle nun auch gerichtlich gegen ihn vorgehen.

(apa/red)