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Christoph Waltz als Bond-Bösewicht

24. Bond-Streifen heißt "Spectre" und wird unter anderem in Sölden gedreht

Christoph Waltz steigt in die Riege der ultimativen Bösewichte auf: Der Wiener Oscarpreisträger wird, wie bereits angenommen, im 24. Teil der "James Bond"-Kinoreihe den Gegenspieler von Agent 007 (Daniel Craig) verkörpern. Gedreht wird der mit "Spectre" betitelte Streifen u.a. in Sölden, Tirol.

Diese Infos haben die Macher des Films am Donnerstag bei einer per Live-Stream übertragenen Präsentation in den Londoner Pinewood Studios verkündet.

Waltz "wichtigster Teil des Casts"

Als "herausragender Schauspieler" und "wohl wichtigster Teil des Casts" wurde Christoph Waltz von Regisseur Sam Mendes als nächster Bond-Schurke angekündigt. "Ich könnte nicht glücklicher sein, ihn im Cast zu haben", so Mendes, der ferner Monica Bellucci und Lea Seydoux als "unsere Bond-Girls" bestätigte. Als vierter Neuzugang wurde der Wrestler und Schauspieler Dave Bautista verkündet.

© BEN STANSALL/AFP/Getty Images Daniel Craig und Christopher Waltz

Die Rolle des James Bond wird erneut der Brite Daniel Craig übernehmen. Für ihn ist es der vierte Auftritt als Superagent des Secret Service, zu einem weiteren Film hat sich der 46-Jährige vertraglich verpflichtet. Zum zweiten Mal wird Ben Whishaw in der Rolle des Bastlers Q zu sehen sein, Ralph Fiennes übernimmt - wie am Ende von "Skyfall" vorgestellt - den Posten als Geheimdienstchef M von Judi Dench und Naomie Harris gibt erneut dessen Sekretärin, Miss Moneypenny. Als weiteren Neuzugang kündigte Mendes bei der Präsentation in den Londoner Pinewood Studios den irischen "Sherlock"-Star Andrew Scott als Denbigh an.

James Bond Spectre
© Reuters/Wermuth Craig mit Naomie Harris

Noch kein Inhalt

Über den Inhalt wollte Mendes nichts verraten, der Titel aber gebe "jenen, die mit dem Bond-Universum vertraut sind", bereits Hinweise. So ist "Spectre" (im Deutschen: "Das Phantom") jene Terrororganisation, der Bonds Erzfeind Blofeld aus u.a. "Man lebt nur zweimal" (1967) vorsteht. Blofelds Markenzeichen sind eine weiße Perserkatze und ein goldener, mit einem Oktopus-Symbol versehener Ring.

Waltz zögerte nicht lange

Christoph Waltz hat nicht lange gezögert, als ihm die Rolle angeboten wurde. "Jeder kennt die Filme seit seiner Kindheit. Sie sind moderne Sagen. Darin mitzuspielen, also wirklich, da muss man nicht nachdenken, das macht man einfach", sagte der 58-jährige gebürtige Wiener am Donnerstag der BBC.

Daniel Craig wollte sich unterdessen zu seinem neuen Schicksal ebenso wenig äußern wie Regisseur Mendes. "Ich habe das Drehbuch erst heute Morgen gelesen", sagte der 46-Jährige Bond-Darsteller der BBC.

James Bond Spectre
© Reuters/Wermuth Das Bond-Auto

Dreh ab Montag

Filmstart von "Spectre" ist im Herbst 2015. Gedreht wird ab kommenden Montag (8. Dezember) u.a. auch in Österreich. "Wir bringen Bond zurück in die Alpen, zurück in den Schnee - nach Sölden in Österreich", so Mendes, der als weitere Drehorte auch London, Rom, Tanger (Marokko) und Mexiko City nannte. Laut Aussendungen der Cine Tirol sowie des Wirtschaftsministeriums am Donnerstag wird Daniel Craig im Tiroler Sölden, im Osttiroler Obertilliach und im steirischen Altaussee vor der Kamera stehen.

James Bond Spectre
© Reuters/Wermuth Mr. 007

Vordrehs ab Dezember

Bereits ab Dezember finden demnach Vordrehs in Österreich statt, insgesamt werde eine Crew mit mehr als 500 Filmschaffenden - davon 150 aus Österreich - hierzulande tätig sein, heißt es in einer Aussendung von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Dessen Fördermodell Filmstandort Österreich (FISA) habe es "in Kooperation mit regionalen Förderern ermöglicht, die James-Bond-Produzenten von den Vorteilen eines Drehs in Österreich zu überzeugen", wovon sowohl österreichische Filmschaffende als auch die Tourismusbranche profitieren würden. So seien rund 30.000 Übernachtungen in Hotels in Tirol, Kärnten und der Steiermark gebucht worden.

James Bond Spectre
© Reuters/Wermuth Daniel Craig und der Cast

"Letztlich konnten die gemeinsamen Bemühungen, die angebotenen Unterstützungen in logistischer und finanzieller Hinsicht sowie die perfekten Drehorte im Ötztal bzw. in Osttirol selbst die Produzenten und den Regisseur überzeugen", hieß es in der Aussendung der Cine Tirol. Wie hoch die "Unterstützung in finanzieller Hinsicht" war wollte Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol Werbung, nicht bekannt geben. Auch die Regionen, vor allem das Ötztal, hätten aber viel beigetragen.

Die Cine Tirol bemühe sich schon lange darum, den britischen Geheimagenten nach Tirol zu holen, sagte Margreiter. Dass der 24. Bond-Film nun tatsächlich unter anderem in Tirol gedreht werden soll, bezeichnete er als "Krönung für die Cine Tirol". "Diese Filmproduktion wird die Aufmerksamkeit der gesamten Filmbranche auf unser Land lenken und die Akquisition von weiteren internationalen Folgeprojekten erleichtern", blickte Cine Tirol-Leiter Johannes Köck in die Zukunft.

Das filmische Großprojekt werde enorme wirtschaftliche Effekte in den Tiroler Regionen bringen. Für die Filmteams vor Ort, für Transporte, Bauten, Mieten und Gagen würden mindestens sechs Millionen Euro in Tirol ausgegeben werden.

Bond schon einmal in Österreich

Bereits einmal hat ein österreichischer Alpensee in einem Bond-Film eine große Rolle gespielt: 1986 diente der Kärntner Weißensee in "Der Hauch des Todes" mit Timothy Dalton als James Bond als "Grenzsee" zwischen Österreich und der Tschechoslowakei. In den Anfangsszenen des Films half Bond einem KGB-General beim Überlaufen in den Westen - inklusive Verfolgungsjagden, Explosionen und Schießereien auf dem Eis.

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