Wallner vor Derby-Comeback: "Austria
hat mich wie eine Familie aufgenommen"

Ex-Rapidler geht nun für Veilchem auf Torejagd Wallner: "Schinkels hat ein Gefühl für Menschen"

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren, am 7. August 2002, bejubelte Roman Wallner im Horr-Stadion sein fünftes und bisher letztes Tor in einem großen Wiener Derby. Damals noch im Rapid-Trikot erzielte der Stürmer in der 85. Minute den Ausgleich zum 1:1, nachdem Roland Linz die Austria früh in Führung gebracht hatte. Im 278. Duell der Erzrivalen, wieder in der Heim-Arena der Favoritner, steht der mittlerweile 24-Jährige gegen seinen Ex-Klub erstmals in der violetten Derby-Startformation.

Seinen ersten Derby-Einsatz seit dem 29. Oktober 2003, als Wallner mit Rapid am Verteilerkreis 0:2 unterlag, will der 20-fache Nationalspieler, der auch in den Teamkader für das freundschaftliche Länderspiel gegen Ungarn einberufen wurde, mit einem Tor gegen seinen Ex-Klub krönen. Im Interview mit der APA erklärt Wallner unter anderem, wie ihn das Austria-Führungsduo Peter Stöger/Frenkie Schinkels auf dem Weg zurück zu alter Stärke unterstützte.

Frage: Nach Ihrem Tor gegen Salzburg, starken Leistungen und der Einberufung in den Teamkader gegen Ungarn steht nun der erste Derby-Einsatz mit der Austria gegen Ihren Ex-Klub Rapid bevor. Mit welche Erwartungen gehen Sie in diese Partie?
Roman Wallner: "Die Mannschaft und auch ich persönlich gehen mit sehr hohen Erwartungen ins Derby. Wir wollen, vor allem für die Fans, unbedingt gewinnen. Der Saisonstart war zwar, wenn man die Ergebnisse betrachtet, nicht gut. Wir haben aber nicht schlecht gespielt. Wenn man für und mit der Austria spielt, muss man immer das Ziel haben, ganz vorne mitzuspielen."

Frage: Sie haben die Chance, die Ihnen die Austria Anfang des Jahres geboten hat, genutzt. Ihre Formkurve zeigt steil nach oben. Was sind die Gründe dafür?
Wallner: "Die Austria hat mich wie eine Familie aufgenommen. Peter Stöger und Frenkie Schinkels haben mir keinen Druck auferlegt. Sie haben immer gesagt: 'Wir wissen, was du kannst.' Das war für mich als Instinkt-Fußballer extrem wichtig. Beide besitzen große Menschenkenntnis. Schinkels hat ein Gefühl für Menschen, das ist wichtiger als jede Trainingslehre. Natürlich muss auch die Leistung stimmen, aber das Vertrauen war von Anfang an da."

Frage: Vor allem im Fitness- und Konditionsbereich wirken Sie stark verbessert. Haben sie diesbezüglich besonders hart gearbeitet?
Wallner: "Ja, aber nicht erst, seit ich bei der Austria bin, sondern schon bei Hannover und der Admira. Das ist ein Ergebnis der Arbeit von eineinhalb Jahren.

Frage: Haben Sie die Tiefen in ihrer Karriere stärker gemacht?
Wallner: "Ich habe auch aus den schwierigen Jahren Positives mitgenommen. Ich habe Fehler gemacht, dafür gebüßt und mich nie darüber beschwert."

Frage: Ihr Verhältnis zu den Austria-Fans war bis vor Kurzem äußerst gespannt. Hat Sie die Ihnen zunächst entgegengebrachte Ablehnung belastet oder sogar beflügelt?
Wallner: "Wichtig war, dass Mannschaft und Trainer von Anfang an geschlossen hinter mir gestanden sind. Vor allem Kapitän Jocelyn Blanchard hat mich sehr unterstützt. Das hat meine Leistungssteigerung sicher beschleunigt."

Frage: Kribbelt es vor dem Duell mit Rapid besonders?
Wallner: "Ich habe fünf Jahre bei Rapid verbracht, da ist es natürlich kein Spiel wie jedes andere. Ich bin genauso wie die Mannschaft top-motiviert. Wir dürfen Rapid aber keinesfalls unterschätzen."

Frage: Was muss bei der Austria in den nächsten Spielen besser werden?
Wallner: "Wir müssen uns einfach mehr Torchancen herausspielen. Bisher sind wir zu wenig zum Abschluss gekommen. Wir hatten mit Salzburg, Tirol und Benfica aber auch keine leichten Gegner."

(apa)