Walfangkommission als "zahnloser Tiger": Jagd auf Meeressäuger seit 1986 verboten

IWC ursprünglich keine Organisation zum Walschutz Japan fordert eine "Normalisierung" der Körperschaft

Walfangkommission als "zahnloser Tiger": Jagd auf Meeressäuger seit 1986 verboten © Bild: APA/EPA/Davison

Die Internationale Walfangkommission (IWC) ist keine Organisation zum Schutz der Meeressäuger. Ursprünglich sollte die 1946 gegründete Institution vielmehr Fangquoten festlegen, die den Bestand der Großwale nicht gefährden und den Walfang damit langfristig sichern. Heute stehen sich Gegner und Befürworter des Walfangs in der IWC unversöhnlich gegenüber. Japan fordert eine "Normalisierung" der Kommission, damit sie sich wieder auf ihre ursprüngliche Aufgabe konzentriere und nicht so stark auf den Walschutz.

Die IWC mit Sitz im britischen Cambridge zählt derzeit 80 Mitgliedstaaten, darunter auch küstenlose Länder wie die Schweiz. Stimmberechtigt bei der Jahrestagung sind nur Mitglieder, die ihren Beitrag entrichtet haben, was zu wechselnden Mehrheiten führt.

Fangverbot seit 1986
Seit 1986 verbietet ein Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) die kommerzielle Jagd auf Wale. Bereits 1982 hatten sich die Mitgliedstaaten zum Schutz der Bestände darauf geeinigt, vier Jahre später trat das Verbot in Kraft. Ausnahmen gibt es für wissenschaftlichen Walfang und für einige Völker in der Nordpolarregion, für die Wale ein wichtiger Bestandteil der Nahrung sind. Für die Aufhebung des Moratoriums ist eine Dreiviertelmehrheit der IWC-Mitglieder notwendig.

Jagd geht weiter
Norwegen hatte den kommerziellen Walfang trotz des Verbots schon 1993 wieder aufgenommen. Das Land hatte von Anfang an gegen das Moratorium Einspruch erhoben und fühlt sich daher nicht daran gebunden. Island war 1989 aus Protest gegen das Walfangverbot aus der IWC ausgetreten. Beim Wiedereintritt im Jahr 2002 meldete die isländische Regierung ebenfalls Vorbehalte gegen das Moratorium an und nahm 2006 den kommerziellen Walfang wieder auf. Island und Japan haben die Waljagd ohnehin innerhalb angeblich wissenschaftlicher Fangprogramme aufrechterhalten.

(apa/red)