Waldbrände in Spanien nicht durch Banden gelegt: Feuer von Einzeltätern ausgelöst

Geistesgestörte oder alkoholabhängige Pyromanen

Die verheerenden Waldbrände vor einem Monat im Nordwesten Spaniens sind nicht von organisierten Banden gelegt worden. Dies ergaben nach spanischen Presseberichten vom Sonntag die Ermittlungen der Polizei. Mehrere Mitglieder der spanischen Regierung hatten damals den Verdacht geäußert, dass hinter den Feuersbrünsten mafia-ähnliche Organisationen steckten, die aus politischen oder wirtschaftlichen Motiven die Wälder in der Region Galicien in Brand gesetzt hätten.

Über 80 Prozent der insgesamt 2.055 Feuer wurden nach Angaben der Polizei von Brandstiftern gelegt, die auf eigene Faust in den Wäldern Feuer entfacht hätten. Bei einem großen Teil der Täter handele es sich um Geistesgestörte oder alkoholabhängige Pyromanen. Auch Streitigkeitigkeiten unter Nachbarn hätten als Motiv eine Rolle gespielt.

Die Polizei nahm insgesamt 60 mutmaßliche Brandstifter fest. Gegen 14 Verdächtige wurden Haftbefehle erlassen, 28 wurden gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt und 7 in psychiatrische Kliniken eingewiesen. Die Ermittlungen gegen die übrigen Festgenommen wurden eingestellt. Die Brände Anfang August hatten 78.000 Hektar Wald vernichtet, 3,5 Prozent der gesamten Waldbestände Galiciens.
(apa)