Walchhofer hofft auf Stockerlplatz: ÖSV-
Stars im Kvitfjell-Training nicht unter Besten

Grugger als bester rot-weiß-roter Abfahrer Siebenter Topfavorit: Cuche in beiden Probeläufen Schnellster

Walchhofer hofft auf Stockerlplatz: ÖSV-
Stars im Kvitfjell-Training nicht unter Besten © Bild: Reuters

Didier Cuche geht als Topfavorit heute in die Weltcup-Abfahrt in Kvitfjell. Der Schweizer, der sich mit einem Sieg in Norwegen vorzeitig die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Disziplin-Wertung sichern will, fuhr auch im Abschlusstraining Bestzeit. Als bester Österreicher landete Hans Grugger (+1,11 Sek.) auf Platz sieben.

"Ich hoffe, dass ich mich im Rennen noch einmal steigern kann, denn die Strecke mit ihren schönen Kurven liegt mir", meinte Grugger. Neben dem Salzburger kam nur noch sein engerer Landsmann Georg Streitberger (1,18) als Neunter in die Top Ten. Michael Walchhofer (1,58), am Vortag noch Zweiter, musste sich mit Rang 16 begnügen. Und Klaus Kröll, der im Vorjahr am 7. März für den bisher letzten Abfahrtssieg der ÖSV-Herren gesorgt hat, schied aus. "Ich habe einen Schlag bekommen", erklärte Kröll, warum er nach Platz vier am Donnerstag diesmal nicht in der Ergebnisliste aufschien. "Aber sonst bin ich sehr zufrieden mit dem Training."

Walchhofer wusste ebenfalls, warum er im zweiten Training nicht mehr im Spitzenfeld gelandet war. "Ich bin eine saubere Linie gefahren, was hier grundsätzlich nicht schlecht ist. Aber vielleicht habe ich etwas zu viel auf Linie geschaut", lautete die selbstkritische Analyse des 34-jährigen Salzburgers, der immer noch nicht entschieden hat, ob er in der kommenden WM-Saison weitermachen wird oder nicht. "Ich weiß also, dass ich das eine oder andere noch besser machen muss."

Für Walchhofer ist Cuche außer Reichweite
Für Walchhofer ist die Entscheidung in der Abfahrts-Wertung übrigens bereits gefallen. "Cuche, der heuer mehr Selbstvertrauen als die anderen hat, ist uneinholbar", betonte der Hotelier aus Zauchensee angesichts des Vorsprungs von 88 Punkten auf den ersten Verfolger. Aus diesem Grund kann es der ÖSV-Routinier, dem sein verletztes Knie beim Skifahren keinerlei Probleme mehr bereitet ("Es ist fast ausgeheilt"), in Norwegen "locker" angehen. "Ein Stockerlplatz ist für mich drinnen, aber wenn es mehr wird, dann ist es auch schön", meinte Walchhofer zur Zielsetzung für Samstag.

Cuche, der bereits am Donnerstag im ersten Training Schnellster gewesen war, ist nach den für ihn medaillenlosen und damit enttäuschenden Olympischen Winterspielen in Kanada froh, dass es noch ein paar Weltcup-Rennen gibt, in denen er die Niederlagen von Whistler vergessen machen kann. "Ich komme gut zurecht mit der Strecke hier. Das heißt aber noch lange nichts, wie man bei Olympia gesehen hat. Man muss es auch im Rennen umsetzen können", betonte der gelernte Fleischhauer, der für Samstag volle Attacke versprach.

Gesamtweltcup-Spitzenreiter Benjamin Raich, der als 53. satte 5,09 Sekunden auf Cuche verlor, startet zwar auch in der Abfahrt in Kvitfjell, rechnet sich in dieser jedoch nur geringe Chancen auf Weltcup-Punkte aus. "Ich werde natürlich wie immer das Beste geben, aber ich fahre die Abfahrt vor allem im Hinblick auf den Super-G am Sonntag", erklärte der Tiroler, der möglichst viel von seinem Punktevorsprung - derzeit 110 Zähler - zum Weltcup-Finale in der kommenden Woche in Garmisch-Partenkirchen mitnehmen will.

Im Gegensatz zur ÖSV-Speed-Truppe hinterließen die Schweizer einen bärenstarken Eindruck auf der Olympia-Piste von 1994. Hinter Cuche und dem Kanadier Erik Guay (0,36) folgten Abfahrts-Olympiasieger Didier Defago (0,70) und Riesentorlauf-Olympiasieger Carlo Janka (0,76), der Hauptkonkurrent von Raich im Kampf um den Gesamtweltcup, auf den Plätzen drei und vier.

(apa/red)