Walchhofer holt Abfahrtsweltcup: Platz 11
in Aare reicht für kleine Ski-Kristallkugel!

"Walchi" trotz verpatztem Lauf großer Sieger Abfahrt: Strobl bei Weltcup-Finale 4. - Svindal siegt

Michael Walchhofer hat sich mit einem elften Platz in der Abfahrt in Aare die kleine Kristallkugel für den Gewinn im Disziplinen-Weltcup gesichert und damit seinen Vorjahrserfolg wiederholt. Der Sieg in der letzten Saisonabfahrt ging an den Norweger Aksel Lund Svindal, der sich mit 0,20 Sekunden Vorsprung auf den US-Amerikaner Bode Miller, 0,30 auf Peter Fill (ITA) und 0,48 auf Fritz Strobl durchsetzte, der im Abfahrtsweltcup 31 Punkte hinter seinem Freund Walchhofer Zweiter wurde.

Das letzte Abfahrtsrennen der Saison glich einer Flugshow, vier Stürze auf der gegenüber dem Training härter und eisiger gewordenen Piste sorgten für längere Unterbrechungen. Am schlimmsten erwischte es Olympiasieger Antoine Deneriaz, der die Fangnetze durchschlug und kurz bewusstlos war, aber mit einer leichten Nacken-Prellung davonkam, und den Steirer Klaus Kröll.

Der Jungvater - tags zuvor war Söhnchen Tim auf die Welt gekommen - krachte bei dreieinhalb Überschlägen dreimal mit dem Rücken auf die Piste und blieb lange benommen sitzen. Laut erster Diagnose erlitt Kröll eine Schienbeinkopffraktur (links) und wurde deshalb in die Universitätsklinik nach Innsbruck geflogen.

Walchhofer hatte bei der durch den Deneriaz-Sturz bedingten Unterbrechung vor dem Start noch ein Gespräch mit Kröll geführt: "Wir haben über Verletzungen gesprochen und darüber, dass wir noch verschont geblieben sind. Dann ist er gestürzt und wurde mit dem Akja abtransportiert. Ich hatte das im Kopf und wollte nur sicher runterkommen", sagte Walchhofer.

Im Ziel wusste der Salzburger zuerst nicht, dass er die Kugel gewonnen hatte: "Ich wollte es aus eigener Kraft schaffen. Ich sah, dass ich Elfter bin und hatte keine Ahnung, ob das reicht. Fritz hat dann gemeint: 'Du hast die Kugel.' Das ist natürlich wunderschön, noch dazu auch mit einer Medaille bei Olympia. Ich hoffe, ich bleibe der beste Abfahrer der Welt."

Als guter Verlierer zeigte sich Fritz Strobl, dem am Ende 31 Punkte auf die Kugel fehlten: "Ich hab' den Rückstand verringert, das passt schon. Es war heute sehr schwierig wegen der vielen Stürze und Unterbrechungen. Und die Abfahrtspause war auch lang. Ich hab' auch gespürt, dass ich im unteren Teil Zeit liegen gelassen habe", meinte der Kärntner. "Das ist Rennsport. Der Michi ist der größte Abfahrer derzeit." Ob er selbst noch einmal einen Angriff auf die Abfahrtskugel starten wird? "Ich werde jetzt einmal drüberschlafen. Aber es schaut nicht so schlecht aus."

Auf Rang 14 landete Hermann Maier, Christoph Gruber wurde 15., Andreas Buder 17. und Andreas Schifferer 18. "Das war heute ein bisschen zu viel Schongang. Es ist eine klasse Abfahrt, aber mit vielen Sprüngen, das ist für mich nicht so fahrbar", meinte Maier.

Ergebnis
1. Aksel Lund Svindal NOR 1:42,40 Minuten
2. Bode Miller USA 1:42,60 +0,20
3. Peter Fill ITA 1:42,70 +0,30
4. Fritz Strobl AUT 1:42,88 +0,48
5. Didier Defago SUI 1:43,05 +0,65
6. Kjetil-Andre Aamodt NOR 1:43,06 +0,66
7. Daron Rahlves USA 1:43,37 +0,97
8. Didier Cuche SUI 1:43,42 +1,02
9. Yannick Bertrand FRA 1:43,58 +1,18
10. Bruno Kernen SUI 1:43,59 +1,19
11. Michael Walchhofer AUT 1:43,61 +1,21
12. Finlay Mickel GBR 1:43,62 +1,22
13. Kristian Ghedina ITA 1:43,66 +1,26
14. Hermann Maier AUT 1:43,69 +1,29
15. Christoph Gruber AUT 1:43,71 +1,31
16. Marco Büchel LIE 1:43,82 +1,42
17. Andreas Buder AUT 1:43,83 +1,43
18. Andreas Schifferer AUT 1:45,37 +2,97
19. Ch. Beckmann USA 1:46,47 +4,07

Ausgeschieden: Antoine Deneriaz (FRA), Klaus Kröll (AUT), Steven Nyman (USA), Tobias Grünenfelder (SUI)

(apa/red)