Wahlmotiv-Umfrage: Dinkhauser-Wähler hofften mit Votum auf "frischen Wind"

Er Van Staa und Dinkhauser gelten als "idealer" LH Tiroler "Skandale" beeinflussten die Entscheidung

Frischen Wind für die Tiroler Politik erhoffen sich die Wähler von Fritz Dinkhausers Liste, während der Tiroler ÖVP ihre Wähler attestieren, "bisher gute Arbeit geleistet zu haben". Dies geht aus der Wahlmotiv-Befragung von SORA/ISAK im Auftrag des ORF hervor. SPÖ-Wähler nennen als stärkstes Wahlmotiv, dass die Partei ihre Interessen am besten vertrete. FPÖ-Wähler orten ebenfalls "frischen Wind", bei den Grünen überwiegt die Ansicht, die Partei setze "auf die wichtigen Themen".

Als "idealen Landeshauptmann" sehen 38 Prozent der Befragten Herwig van Staa - 36 Prozent finden aber, dass diese Beschreibung auch auf Fritz Dinkhauser gut passt. Deutlich dahinter landeten SPÖ-Spitzenkandidat Hannes Gschwentner (27 Prozent) und der Grüne Georg Willi (20 Prozent). Dinkhauser ist denn auch klares Zugpferd für seine Liste "Fritz": 83 Prozent seiner Wähler gaben an, der Spitzenkandidat sei ausschlaggebend für die Wahlentscheidung gewesen. Ähnlich stark motivierte nur FPÖ-Spitzenkandidat Gerald Hauser seine Wähler (75 Prozent). Van Staa war dagegen für 60 Prozent der ÖVP-Wähler entscheidend, 65 Prozent wählten die SPÖ vor allem wegen Gschwentner, für 64 Prozent der Grün-Wähler war Willi Hauptmotiv.

Ein Viertel der Befragen gaben an, "Skandale" in Tirol hätten ihre Wahlentscheidung sehr oder ziemlich beeinflusst. Besonders stark vertreten sind diese Motive mit 45 Prozent bei "Fritz"-Wählern und mit 41 Prozent bei FPÖ-Anhängern. Nur 17 Prozent des Wahlvolkes hat seine Entscheidung kurzfristig, also "in den letzten Tagen" getroffen. 67 Prozent der deklarierten Parteiwähler dagegen wussten "schon länger", wer ihr Kreuzerl bekommt.

ÖVP bei Jungen in Führung
Nach Wahlalter verglichen konnte Dinkhauser vor allem bei den 30- bis 59-Jährigen punkten, wo er 25 Prozent und damit Platz zwei hinter der ÖVP (38 Prozent) erreichte. Bei den Jungen (16- bis 29-Jährige) liegt die ÖVP ebenfalls mit 38 Prozent vorne, gefolgt von SPÖ (19 Prozent), Grüne (16 Prozent) und FPÖ (zwölf Prozent), Dinkhauser erzielte hier laut Umfrage nur zwölf Prozent. Genau wie bei den über 60-jährigen: In dieser Altersgruppe allerdings ist die ÖVP (49 Prozent) nach wie vor mit Abstand die stärkste Partei, gefolgt von SPÖ (17 Prozent) und FPÖ (14 Prozent).

Gleichauf mit neuen Impulsen für Tirols Politik nannten Dinkhauser-Wähler auch die richtige Themensetzung und die "Kontrolle von Missständen" als wesentliche Wahlmotive. Von der ÖVP glauben ihre Wähler, sie könne "Tirol in die richtige Richtung führen", setze auf wichtige Themen, auch die eigenen Interessen sieht die VP-Klientel am besten bedient. Ganz ähnlich die Motivationslage der SPÖ-Wähler, während der FPÖ auch die Kontrolle von Missständen angerechnet wird. Auch bei den Grünen eines der stärkeren Motive, deren Wähler sehen zudem ebenfalls ihre Interessen gut vertreten und die Chance auf frischen Wind.

Auch unter den Nichtwähler hörten sich die Meinungsforscher um: 62 Prozent gaben an, keine Partei bzw. keinen Kandidaten "attraktiv genug" gefunden zu haben. 46 Prozent gingen "wegen der Skandale in der Tiroler Politik" nicht wählen.

(apa/red)