Wahlkampf von

Wohnen Sie schon?

SPÖ und ÖVP präsentierten viele Vorschläge, um explodierende Mieten zu senken

Wohnen in Wien © Bild: Thinkstock

Die Mietkosten explodieren. In Salzburg stiegen die Preise für eine Mietwohnung am freien Wohnungsmarkt in fünf Jahren um 14,3, in Innsbruck um fast 21 und in manchen Wiener Bezirken sogar um 38 Prozent. Österreichs Politiker wollen nun endlich handeln. Schließlich wird in wenigen Monaten gewählt, und die Wuchermieten eignen sich hervorragend als Wahlkampfthema. In den vergangenen Tagen präsentierten SPÖ und ÖVP daher eine Vielzahl an Forderungen, um die Teuerungen in den Griff zu bekommen. Doch welche der Vorschläge machen wirklich Sinn?

Und was müsste zusätzlich unternommen werden, damit die Mieten wieder erschwinglich werden? NEWS fragte bei Experten nach.
Den Anfang machte die ÖVP mit dem Vorstoß, die Wohnbauförderung wieder zweckzubinden. Eine Forderung, die von der SPÖ unterstützt wird und bei den Experten Anklang findet. Lukas Tockner von der Arbeiterkammer: „Wir freuen uns darüber, dass die Wohnbauförderung wieder zweckgebunden werden soll.“

Schließlich seien in letzter Zeit enorme Summen an Wohnbaugeld verspekuliert worden und daher viel zu wenige Wohnungen neu gebaut worden. Einzig: ÖVP-Chef Michael Spindelegger wurde umgehend von „seinen“ Landeshauptleuten zurückgepfiffen.
Gehalts-Check im Gemeindebau

  • Die ÖVP will außerdem einen Gehalts-Check der Gemeindebau- Bewohner einführen. Alle zehn Jahre sollen die Mieter ihre Einkommen offenlegen. Wer zu viel verdient, fliegt raus. Eine Maßnahme, die für die SPÖ nicht infrage kommt. Die Begründung: Es sei eine soziale Durchmischung gewünscht, um eine „Ghettobildung“ zu vermeiden. Helmut Puchebner, Präsident des Mieterbundes, dazu: „Für mich ist der Gehalts- Check gerechtfertigt. Es darf aber keine Einbahnstraße sein. Wer etwa im Alter weniger verdient, soll umgekehrt weniger Miete zahlen.“

Ludwig will neue Steuer

  • Wiens Wohnbaustadtrat Michael Ludwig wiederum möchte eine neue Steuer für Eigentümer einführen. Das Geld soll in die Erhaltung der Infrastruktur fließen. „Die geplanten 25 Cent pro Quadratmeter alle 30 Jahre zu bezahlen“ ist für AK-Experten Tockner „durchaus vertretbar“.
  • Tockner macht unter anderem zu hohe Grundstückspreise für die steigenden Mieten verantwortlich und rät zur Einführung einer eigenen Widmung für geförderte Wohnungen. Diese Grundstücke müssten deutlich billiger sein. Helmut Puchebner geht einen Schritt weiter: „Befristete Widmungen könnten Spekulationsgeschäfte verhindern. Ein Grundstück, auf dem nicht gebaut wird, soll einfach nach fünf Jahren wieder in die alte Widmung zurückfallen.“

WIFO-Expertin Andrea Kunnert ist vorsichtig optimistisch: „Es ist gut, dass das Thema Wohnen endlich in den Fokus rückt. Bevor Maßnahmen beschlossen werden, wäre es aber notwendig, genau zu analysieren, wo die Probleme am Wohnungsmarkt liegen und wer tatsächlich betroffen ist.“ Nach derzeitigem Stand dauert es aber ohnehin wieder einmal länger, bis sich SPÖ und ÖVP einigen.

Weitere interessante Artikel lesen Sie in der aktuellen Printausgabe von NEWS (13/2013).

Kommentare

Es müßten endlichdie Querfinanzierungen der politischen Parteien durch die diversen Wohnbau-Genossenschaften aufhören. Zum Beispiel der " SOZIALBAU" gehört fast zur Gänze der SPÖ! Da werden angebliche Reparaturen in Rechnung gestellt dass einem die Augen übergehen. Da weren Firmen bevorzugt die sehr viel für die Parteikasse der SPÖ spenden. Leider wird es auf der ÖVP Seite auch nicht viel besser

brauser49

wollen handeln...präsentieren Forderungen...genau analysieren.
Stehen leicht Wahlen vor der Tuer?

Nicht neue Steuern, sondern die Abschaffung alter Steuern sind die Lösung! Ein Grenzsteuersatz von 43% dem jeder österreichische Normalverdiener unterliegt reduziert den Mietertrag für den Vermieter beinahe um die Hälfte. Damit bringt mein Kapital trotz Minimalzinsen auf der Bank immer noch mehr als wenn ich es in Mietwohnungen investiere.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Wenn die Politik durch restriktive Umwidmung von Grünland in Bauland eine Verkanppung von Bauland willentlich herbei führt, dann sind steigende Wohnkosten die natürliche Konsequenz.

Solares Bauland ist ein neuer Begriff im Flächenwidmungsplan.
"Der Flächenertrag muss einer Photovoltaik Freilandanlage entsprechen"

Eckdaten pro Hektar:
700 kW Photovoltaik
700 MWh Jahreertrag
4000 m² Wohnfläche
90 Bewohner
Pachtpreis 20.000 EUR pro Jahr

Rund um hochpreisige Städte soll solares Bauland gewidmet werden, ein billiges Wohnangebot schaffen, welches die Preise im Umfeld nach unten reisst - Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
http://wohnen.pege.org/2011-solares-bauland/

Eigener Garten unmittelbare Nähe zur teuren Stadt, was wie ein Luxustraum klingt soll der neue soziale Wohnbau werden.

Langsam bekomm ich es in Österreich mit der Angst zu tun. Mit der Idee die W.W. Michael Ludwig hat, dass zukünftig alle 30 Jahre Eigentümer 25 Cent pro Quadratmeter an Steuern bezahlen sollen, ist meiner Meinung nach nicht vertretbar. Erstens wird die Steuer nicht alle 30 Jahre sondern bald jährlich zu bezahlen sein und zweitens werden Eigentümer die vermieten die Miete erhöhen.

Gerecht wären sozial gestaffelte Mieten im Gemeindebau nach Höhe des Einkommens. Dann hätte man gleich mehr im Börserl und könnte auch mehr für die Erhaltung und Renovierung der Gemeindebauten ausgeben.

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