Wahlkampf in Frankreich: Liberaler Bayrou holt laut Umfragen Sarkozy und Royal ein!

Könnte unangefochtenes Führungsduo noch schlagen MITSTIMMEN: Royal und Sarkozy - wer gewinnt?

Wahlkampf in Frankreich: Liberaler Bayrou holt laut Umfragen Sarkozy und Royal ein!

Nach einer Befragung des Instituts BVA für die französische Regionalpresse würde Bayrou das Duell gegen Sarkozy mit 55 zu 45 Stimmen für sich entscheiden. Sarkozy wiederum würde sich in der Stichwahl gegen Royal mit 53 Prozent zu 47 Prozent durchsetzen. Eine frühere Umfrage hatte Bayrou auch als Sieger eines Duells mit Royal gezeigt. Die erste Wahlrunde um das Präsidentenamt findet am 22. April statt, die Stichwahl der beiden Bestplatzierten am 6. Mai.

Der sozialistische Spitzenpolitiker Jean-Marc Ayrault warnte eindringlich vor einer Wahl Bayrous ins höchste Staatsamt: Diese würde zu einer "Lähmung" führen und Frankreich in eine "Krise" stürzen, sagte der Chef der Sozialisten-Fraktion in der französischen Nationalversammlung im Nachrichtensender LCI. Er frage sich, "mit welcher Mehrheit" Bayrou als Präsident regieren wolle. Es gäbe jedenfalls "keine Sozialisten", die bereit wären, sich an einer Regierung mit Baryous Zentrumspartei UMP zu beteiligen, sagte Ayrault.

Bayrou wirbt für eine Koalition, die Vertreter des linken und des rechten Parteienspektrums umfasst. Als mögliche Mitglieder einer Sammlungsregierung hatte er unter anderem Ex-Finanzminister Dominique Strauss-Kahn von den Sozialisten sowie Arbeitsminister Jean-Louis Borloo von Sarkozys UMP genannt.

Der konservative Wirtschafts- und Finanzminister Thierry Breton wies Bayrous Versprechen ausgeglichener Staatshaushalte und sinkender Staatsverschuldung als unseriös zurück. Mit dem Präsidentschaftsprogramm des Liberalen könnten Frankreichs Schulden "überhaupt nicht reduziert werden", sagte Breton, der seinen Ministerkollegen Sarkozy im Rennen um das höchste Staatsamt unterstützt, den Nachrichtensendern RMC und BFM TV.

Bayrou hatte die Kosten zur Umsetzung seines Programmes innerhalb von fünf Jahren mit netto 21 Milliarden Euro angegeben, die durch Einsparungen, neue Einnahmequellen und Umschichtungen vollständig ausgeglichen werden sollten. Das arbeitgebernahe Institut de l'entreprise bezifferte die Ausgaben auf 27,5 Milliarden und Einsparungen und Neueinnahmen auf 16,3 Milliarden Euro. Royals Programm sieht demnach Neuausgaben in Höhe von 63 Milliarden Euro vor, das von Sarkozy 50 Milliarden Euro. (apa/red)