Wahlen in Ägypten von

Mubarak lynchen?

Gegner des ehemaligen Machthabers wollen nicht auf das Gerichtsurteil warten

Wahlen in Ägypten - Mubarak lynchen? © Bild: Reuters/El-Ghany

Vor Beginn der letzten Etappe der ägyptischen Parlamentswahl ist es am Montag erneut zu Ausschreitungen gekommen. Unbekannte setzten ein Parteibüro in der Provinz Al-Gharbiya in Brand. Angehörige der während des Aufstandes gegen Hosni Mubarak getöteten Demonstranten drohten, den früheren Präsidenten eigenhändig umzubringen, falls ihn der Richter nicht zum Tode verurteilen sollte.

Das ägyptische Nachrichtenportal "youm7" meldete, das Büro der von jungen "Revolutionären" gegründeten Gerechtigkeitspartei (Hizb al-Adl) in der Ortschaft Kafr al-Sayat sei am Montagmorgen durch eine Brandbomben-Attacke zerstört worden. Al-Gharbiya ist eine von neun Provinzen, in denen an diesem Dienstag und Mittwoch die Abgeordneten des ersten Parlaments nach der Entmachtung von Mubarak gewählt werden.

Mehrheiten für radikale Parteien
In den anderen 18 Provinzen waren die Menschen bereits im November und Dezember zur Wahl gegangen. Die Muslimbruderschaft hatte in der ersten und zweiten Etappe des Urnengangs die meisten Stimmen erhalten, gefolgt von der radikal-islamischen Partei des Lichts. Liberale Parteien hatten das Nachsehen.

Der Oberste Militärrat, der das Land seit Mubaraks Abgang im vergangenen Februar kontrolliert, hatte am Sonntag beschlossen, die Wahl zur zweiten Kammer (Shura-Rat) abzukürzen. Die Wahl, die am 29. Jänner beginnen wird, soll in zwei statt drei Etappen stattfinden und am 22. Februar enden.

Prozess wird fortgesetzt
Am Montag wurde in Kairo der Prozess gegen den 83 Jahre alten Mubarak, seine beiden Söhne, Ex-Innenminister Habib al-Adli und sechs weitere Angeklagte fortgesetzt. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, sie hätten die tödlichen Schüsse auf Demonstranten während der Anti-Mubarak-Proteste im vergangenen Jänner und Februar veranlasst. Der Richter setzte für diese Woche drei weitere Prozesstage an, um die Plädoyers zu hören.

Die Nachrichtenwebsite "Al-Ahram online" meldete, Angehörige der getöteten Demonstranten, die vor dem Gerichtsgebäude protestierten, hätten damit gedroht, Mubarak und Al-Adli selbst hinzurichten, falls sie nicht zum Tode verurteilt werden sollten.

Kommentare

Mubarak Mubarak wird im Bett zum Prozess gebracht. In Österreich gibt es welche die Haftunfähig sind und Badeurlaub machen.

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