"Wahlbetrug im großen Stil": EU-Beobachter
zweifeln Wahl-Ergebnisse in Afghanistan an

Mehr als 400 Wahllokale mit verdächtigen Zahlen Vorläufiges amtliches Ergebns bis Ende der Woche

"Wahlbetrug im großen Stil": EU-Beobachter
zweifeln Wahl-Ergebnisse in Afghanistan an © Bild: Reuters/Masood

Bei der afghanischen Präsidentenwahl ist es nach Berichten internationaler Beobachter zu massiven Unregelmäßigkeiten gekommen. "Es gab Wahlbetrug im großen Stil", sagte Dimitra Ioannou, stellvertretende Leiterin der EU-Wahlbeobachtermission in Afghanistan, der Zeitung "Tagesspiegel". "Wir haben herausgefunden, dass in das bisherige Ergebnis mehr als 400 Wahllokale mit verdächtigen Zahlen einbezogen wurden", sagte Ioannou.

Diese Ergebnisse hätten von Anfang an annulliert werden müssen. Als Beispiel nannte sie ein Wahllokal, in dem "600 Stimmen für einen Kandidaten, keine für einen anderen und kein ungültiger Wahlzettel" gemeldet worden seien. Die meisten dieser höchst zweifelhaften Ergebnisse kämen aus dem südlichen Teil des Landes.

Die EU-Beobachter empfehlen der Wahlkommission, die fragwürdigen Ergebnisse zu überprüfen und zu klären, wie sie überhaupt in das Gesamtergebnis gelangen konnten. Die von den Beobachtern beanstandeten Zahlen seien mittlerweile von der Webseite der Wahlkommission entfernt worden, kritisierte Ioannou. Generell bemängeln die Beobachter fehlende Transparenz und einen erschwerten Zugang zu Informationen. Ein vorläufiges amtliches Ergebnis wird bis Ende der Woche erwartet.

(apa/red)