Wahlalter 16 macht Österreich zum Europa-
Pionier: In ganz Europa erst ab 18 gewählt

Wählen mit 16 auch in Brasilien, Kuba und Nicaragua Indonesien: Wahlrecht wenn man verheiratet ist

Die bundesweite Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre macht Österreich zum Europa-Pionier. Denn der Urnengang wird derzeit in allen europäischen Staaten erst mit 18 gewährt. Bunter wird es erst, wagt man den Blick auf den erweiterten Globus. Dann wäre man in Gesellschaft mit Brasilien, Kuba und Nicaragua. In Nordkorea und den Seychellen darf man bereits ab 17 an die Urnen, in Indonesien darf man mit jedem Alter wählen - vorausgesetzt man ist verheiratet.

International gibt es nur wenige Länder, die vom Mindestalter 18 abweichen. Erst zu Jahresbeginn 2007 hat das iranische Parlament das Wahlalter von 15 auf 18 Jahre hinaufgesetzt. Mit 21 Jahren relativ spät wählen darf man etwa in Gabun, Kamerun, Malaysia, dem Libanon, Lesotho, Nigeria, den Salomonen, Tokelau, Tonga und der Zentralafrikanischen Republik. Ein Wahlalter von 20 haben Japan, Marokko, Nauru, Singapur, Taiwan und Tunesien.

Eheliche Bindung als Wahlrecht
Von einer ehelichen Bindung macht man die frühe politische Entscheidungsfähigkeit auch in Bolivien abhängig, wo man generell ab 21, falls verheiratet aber mit 18 wählen darf. Kein Mindestwahlalter gibt es in der Dominikanischen Republik für Polizeiangehörige und Streitkräfte. Dafür bleibt in Guatemala Armeeangehörigen das Wahlrecht überhaupt verwehrt. Wenig überraschend sieht das "Wahlrecht" im Vatikan aus: Hier dürfen alle Kardinäle bis 80 wählen.

In Deutschland ab 16 auf Landesebene
Auf Landesebene dürfen in Deutschland 16-Jährige in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern wählen.

Auch in Österreich auf Kommunalebene
In Österreich ist bisher auf der untersten, der Kommunalebene, Wählen ab 16 bisher im Burgenland, Kärnten, Salzburg, der Steiermark und Wien gestattet. Auf Landesebene in den drei rot regierten Ländern Burgenland, Salzburg und Wien.

(apa/red)