Wahl in Israel: Nach ersten Umfragen liegt Zipi Livnis Kadima-Partei knapp in Führung

Netanyahus Likud laut Exit Polls zwei Mandate zurück Prognose sieht Nationalisten vor Baraks Arbeitspartei

Wahl in Israel: Nach ersten Umfragen liegt Zipi Livnis Kadima-Partei knapp in Führung © Bild: Reuters/Sinai

Bei der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich nach Schließung der Wahllokale der erwartet knappe Ausgang ab. Nach einer Prognose des Fernsehsenders Channel 2 liegt die Kadima-Partei von Außenministerin Zipi Livni mit 29 von 120 Sitzen in Führung. Der Likud von Oppositionsführer Benjamin Netanyahu wird demnach in der kommenden Knesset 27 Mandate erhalten. Die beiden anderen israelischen Fernsehsender Channel 1 und Channel 2 prognostizierten übereinstimmend 30 Sitze für Livni und 28 für Netanyahu.

Dritte Kraft in der Knesset wurde den Angaben zufolge die Partei Israel Beitenu des Nationalisten Avigdor Lieberman mit 14 bis 15 Sitzen. Die Arbeitspartei von Ehud Barak landete laut den Prognosen mit dem schlechtesten Ergebnis ihrer Geschichte auf Platz vier (13 Mandate).

Die vorgezogene Parlamentswahl waren notwendig geworden, weil es Livni nach der Rücktrittsankündigung von Ministerpräsident Ehud Olmert nicht gelungen war, eine neue Regierung zu bilden. Das israelische Wahlsystem sieht vor, dass nach Auszählung der Stimmen nicht unbedingt die stärkste Fraktion, sondern der Kandidat mit den nach Ansicht von Präsident Shimon Peres besten Aussichten auf eine Mehrheit in der Knesset mit der Regierungsbildung beauftragt wird.

Zur Wahl standen insgesamt 33 Parteien oder politische Gruppierungen. Die Hürde beträgt lediglich zwei Prozent, so dass etwa ein Dutzend Parteien ins Parlament einziehen könnten. Damit ist wieder eine starke Zersplitterung der Knesset zu erwarten.

Likud beansprucht Amt des Regierungschefs
Trotz ihres knappen Rückstands in ersten Umfragen hat die Likud-Partei das Amt des Regierungschefs für sich beansprucht. Der Vorsitzende Benjamin Netanyahu werde der nächste Ministerpräsident, erklärte die Partei.

Das israelische Wahlsystem sieht vor, dass nicht unbedingt die stärkste Fraktion, sondern der Kandidat mit den nach Ansicht von Präsident Shimon Peres besten Aussichten auf eine Mehrheit in der Knesset mit der Regierungsbildung beauftragt wird.

(apa/red)