Waffenruhe ignoriert: Zahlreiche Tote
bei Gefechten zwischen Hamas und Fatah

Einheitsregierung schon kurz vor Zusammenbruch Innenminister Hani al-Kawasmeh bietet Rücktritt an

Waffenruhe ignoriert: Zahlreiche Tote
bei Gefechten zwischen Hamas und Fatah

Kämpfer der palästinensischen Organisationen Hamas und Fatah haben eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe ignoriert und ihre Gefechte im Gaza-Streifen fortgesetzt. Mindestens sechs Menschen wurden getötet und 52 verletzt. Ministerpräsident Haniyeh nahm daraufhin den bereits vor zwei Wochen von Innenminister Kawasmeh angebotenen Rücktritt an.

Die Amtsaufgabe des Parteifreien nährte Befürchtungen, dass die Einheitsregierung zwischen der radikalen Hamas und der gemäßigten Fatah innerhalb weniger Tage auseinander brechen könnte. Wie aus palästinensischen Regierungskreisen verlautete, gab Haniyeh angesichts der zahlreichen Toten und Verwundeten seine Versuche auf, Kawasmeh zum Verbleib im Amt zu überreden. Gleich an mehreren Orten im Gaza-Streifen wurde gekämpft. Auch in der Nähe des Hauptquartiers des nationalen Sicherheitsdienstes lieferten sich Anhänger von Fatah und Hamas Gefechte.

Das israelische Sicherheitskabinett sah angesichts der innerpalästinensischen Kämpfe von Plänen für eine große Militäroffensive im Gaza-Streifen vorerst ab. Verteidigungsminister Peretz teilte mit, stattdessen seien die Streitkräfte zu gezielten Schlägen gegen militante Palästinenser ermächtigt worden, die Raketen auf israelisches Gebiet abfeuern. Der Befehl für eine Offensive in dem im Jahr 2005 geräumten Gaza-Streifen sei aber jederzeit wieder möglich, betonte Peretz im Militärrundfunk.(apa/red)