Nahost-Konflikt von

Gaza: Waffenruhe ausgelaufen

Hamas setzt Beschuss Israels fort - Israel reagiert mit Gegenangriff

Militär im Gaza-Konflikt © Bild: Reuters/Amir Cohen

Im Gazastreifen ist am Freitagmorgen eine dreitägige Waffenruhe ausgelaufen, nachdem die Palästinensergruppen in dem Gebiet eine Verlängerung der Kampfpause abgelehnt hatten. Kurz nach Ablauf der Feuerpause meldete die israelische Armee, mindestens fünf Raketen seien vom Gazastreifen aus abgefeuert worden. Israel hat mit einem Gegenangriff reagiert.

Über der israelischen Stadt Ashkelon wurde eine Rakete abgefangen, die anderen Geschosse seien auf offenem Gebiet in Südisrael eingeschlagen. Bereits vor dem offiziellen Ende der Waffenruhe hatten militante Palästinenser zwei Raketen auf Israel abgeschossen. Der bewaffnete Flügel des Islamischen Jihad übernahm die Verantwortung für den Abschuss von "drei Grad-Raketen auf Ashkelon".

Israel schlägt zurück

Die israelische Armee hat nach dem Raketenbeschuss durch militante Palästinenser wiederum den Gazastreifen angegriffen. Angegriffen wurden nach eigenen Angaben Freitagfrüh mehrere "Terror-Ziele". Zuvor hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu eine "kraftvolle" Reaktion auf den erneuten Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen angeordnet.

Die Streitkräfte seien angewiesen worden, hart auf den Bruch der Waffenruhe durch die radikal-islamische Hamas zu reagieren, erklärte ein Regierungsvertreter am Freitag. Militärsprecher Peter Lerner nannte die erneuten Angriffe auf Israel "nicht akzeptabel, nicht tolerierbar und kurzsichtig". Das israelische Militär werde die Hamas und ihre Infrastruktur weiterhin angreifen, "um die Sicherheit für Israel wiederherzustellen".

Verhandlungen in Kairo ausgesetzt

Nun hat Israel die in der ägyptischen Hauptstadt Kairo laufenden indirekten Verhandlungen mit der radikal-islamischen Hamas über eine dauerhafte Waffenruhe ausgesetzt. "Israel führt keine Verhandlungen unter Feuer", sagte ein israelischer Regierungsbeamter am Freitag. Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen wurde unterdessen ein zehnjähriges Kind getötet, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. Sieben weitere Personen wurden verletzt.

Palästinenser wollen Waffenruhe nicht erneuern

"Alle palästinensischen Gruppen, einschließlich der Hamas, sind einig, die Waffenruhe nicht zu erneuern, weil Israel sich weigert, auf unsere Forderungen einzugehen", sagte der Hamas-Sprecher Fawzi Barhum der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Die Verhandlungen in Kairo würden jedoch weiter gehen.

Im Gazastreifen verließen Freitag früh tausende Palästinenser östlich der Stadt Gaza aus Angst vor neuen israelischen Angriffen ihre Häuser. Über dem Gebiet kreisten israelische Drohnen, wie ein AFP-Reporter und Augenzeugen berichteten. Die israelische Armee griff zunächst nicht an, doch hatte sie erklärt, auf Beschuss aus dem Palästinensergebiet zu reagieren.

Hamas bestreitet Vorwürfe

Die 72-stündige Kampfpause war Dienstag früh in Kraft getreten. Anschließend zog Israel seine Truppen aus dem Küstengebiet ab. Bei der vier Wochen dauernden Militäroffensive, die den Raketenbeschuss durch die Hamas dauerhaft beenden sollte, waren rund 1.900 Palästinenser getötet worden, der Großteil davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten.

Indirekte Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern über einen dauerhaften Waffenstillstand brachten in der ägyptischen Hauptstadt Kairo bisher keine Einigung. Während Israel die Entwaffnung der Hamas fordert, verlangt die islamistische Bewegung die Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens und die Freilassung von Gefangenen. Eine Entwaffnung und die Demilitarisierung des Küstengebiets lehnt sie ab.

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