Wärme gilt jetzt nicht mehr als gesichert:
Holzöfen als alternative Wärmelieferanten

Meisten Haushalte verfügen über Voraussetzungen Noch kein Run auf Holzöfen für Krisenfall registriert

Wärme gilt jetzt nicht mehr als gesichert:
Holzöfen als alternative Wärmelieferanten © Bild: APA/DPA/Woitas

Kochen, heißes Wasser und vor allem Wärme - was in heimischen Haushalten vor kurzem noch als selbstverständlich und vor allem gesichert galt, ist durch den Gaslieferstopp infrage gestellt worden. "Grundsätzlich sollten alle Wiener Häuser zumindest über Notkamine verfügen", erläutert Innungsmeister Josef Rejmar. Doch bisher hat der oberste Rauchfangkehrer der Bundeshauptstadt noch keinen Run auf Holzöfen für den Krisenfall registriert.

Bis auf eine kurze Phase Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre schrieb die Wiener Bauordnung immer zumindest Notkamine vor. Baulich stehen diese den "richtigen" Abzügen nicht nach, sie sind lediglich nicht in Betrieb und werden deshalb nicht gekehrt. "Es gab immer wieder Bemühungen, diesen Paragrafen zu kippen, aber glücklicherweise ist dies nicht geschehen", so der Fachmann. "Pech" hätten lediglich die Bewohner von "Niedrigenergiehäusern", die etwa durch Erdwärme geheizt werden. Hier ist kein Notkamin vorgesehen.

Jedes Haus verfügt über Rauchfang
Diese Regelungen betreffen nur die Bundeshauptstadt, allerdings stellt sich das Problem in den Bundesländern, bis auf größere Städte, nicht. Hier hat praktisch jedes Haus einen Rauchfang. "Holz haben wir in Österreich mehr als genug - sicher mehr als Öfen", meinte Rejmar. Aber auch hier sollte es kein Problem sein, genügend davon aufzutreiben - außer zwei Millionen Österreicher kämen gleichzeitig auf die Idee.

In so einem Krisenfall würde auch die vorgeschriebene Reihenfolge umgedreht: Zuerst Anschließen - und erst dann die Überprüfung durch den Rauchfangkehrer. Normalerweise müsste man innerhalb von ein, zwei Tagen einen Termin für den Kaminbefund bekommen. Bei diesem wird u.a. der bauliche Zustand und die Betriebsdichtheit überprüft sowie ob keine Löcher zwischen den Rauchfängen bestehen, so der Innungsmeister. Wichtig sind auch die richtigen Sicherheitsabstände zu den Möbeln und genügend Verbrennungsluft. Ob nun ein Holzofen oder eine Gastherme den Kamin nutzen, sei hingegen egal.

Noch kein Run auf Holzöfen
Einen Trend zum zusätzlichen Holzofen hat Rejmar im Herbst zwar bemerkt, dies habe aber nur daran gelegen, dass die Kunden vor allem in der Übergangszeit Kosten sparen und den romantischen Effekt des dekorativen Ofens nutzen wollten. Letzteres bieten auch sogenannte Bioethanol-Öfen. Diese werden mit Alkohol betrieben und benötigen keinen Rauchfang, was dem Innungsmeister nicht so recht gefällt: "Ich persönlich würde mir keinen kaufen, auch bei der besten Einstellung entsteht CO und CO2, das direkt ins Zimmer abgegeben wird." So bleibt Rejmar lieber bei seiner Gaskombitherme, seinem Holz- und Kachelofen - auch wenn letzterer nur mehr ein reines Zierstück darstellt. (apa/red)