Wadlbeißerei in Regierung geht weiter: Jetzt
attackiert Minister Pröll Kanzler Gusenbauer

"Fehlende Führungsqualität schuld am holprigen Start" Pröll glaubt dennoch an Stabilität bis Wahl 2010

Weiterhin recht unfreundlich ist das Klima innerhalb der großen Koalition. Nachdem Kanzler Alfred Gusenbauer (S) Umweltminister Josef Pröll (V) mit der Ankündigung eines Klimaschutzbeauftragten verärgerte, wirft Pröll Gusenbauer fehlende Führungsqualität vor.

"Schuld am holprigen Start der Koalition ist die fehlende Führungsqualität von Alfred Gusenbauer", sagte Pröll laut einer Vorausmeldung der "Tiroler Tageszeitung" - und: "In der ÖVP haben wir bisher nicht das Gefühl, dass sich der SPÖ-Chef selbst als Nummer Eins sieht." Der Umweltminister erwähnt auch Gusenbauers Vorstoß: Dass der Bundeskanzler "ohne jede Absprache" die Einsetzung eines Klimaschutzbeauftragten angekündigt habe, "ist ebenfalls keine vertrauensbildende Maßnahme und ein weiterer Beweis für mangelnde Leaderqualitäten".

Pröll ist dennoch überzeugt, dass die große Koalition bis 2010 hält. Grünen-Chef Alexander Van der Bellen sieht das im "Presse"-Interview anders: "Im Parlament ratscht man ja mit vielen Leuten auch aus den Regierungsparteien: Da wettet keiner auf vier Jahre", meinte er auf die Frage, wie lange die SP-VP-Koalition wohl halten werde.

(apa/red)