Wacker Tirol schickt die Bullen in den Stall: Salzburg verliert im West-Derby die Nerven

Tiroler siegen 2:1 in einem beinhart geführten Match Viel Kampf und viel Krampf: Rote Karte für Vargas

Wacker Tirol schickt die Bullen in den Stall: Salzburg verliert im West-Derby die Nerven

Die Tiroler gingen vor 11.900 Zuschauern am Tivoli neu auch aus dem dritten Heimspiel gegen Salzburg in der Red Bull-Ära als Sieger hervor, für die Mozartstädter war es die dritte Saisonniederlage, die dritte auswärts und die zweite in Serie.

Bei unwirtlichen Witterungsverhältnissen und auf nassem Boden war in der Anfangsphase keines der beiden Teams in der Lage, sich klare Vorteile zu erarbeiten. Mimm (3.) schoss von der Fünfer-Grenze über das Tor, auf der anderen Seite rutschte Zickler (7.) knapp an einer Hereingabe von Jezek vorbei. Für Zählbares sorgten dann die Gastgeber. Nach einer schönen Kombination über Kolousek und Brzeczek traf Martin Dollinger (19.) von der Strafraumgrenze mit einem präzisen Drehschuss ins lange Eck zum 1:0.

Es war das erste Bundesliga-Tor des erst 19-jährigen Wacker-Mittelfeldspielers, der zum ersten Mal vor eigenem Publikum von Beginn an spielte und Red-Bull-Keeper Ochs keine Abwehrchance ließ. Die Salzburger waren in der Folge zwar leicht feldüberlegen, fanden vor der Pause aber kein taugliches Mittel, um die Tiroler Defensive zu knacken. Neben einem aufs linke Kreuzeck angetragenen Schuss von Janocko (29.) sorgte Schiedsrichter Drabek für Aufregung, indem er trotz eines Fouls von Mimm an Ex-Innsbrucker Jezek innerhalb des Strafraums weiterspielen ließ.

Ellbogen-Check und zwei schnelle Tore
Zum Seitenwechsel brachte Giovanni Trapattoni mit Lokvenc einen zweiten Stürmer für den offensiven Mittelfeldmann Janocko. Die Salzburger verstärkten ihre Offensivbemühungen, im Strafraum agierten die "Bullen" aber zu umständlich. Als Wacker das Spiel bereits aus der Hand gegeben hatte, schwächte der Red-Bull-Chilene Vargas (57.) sein Team mit einer völlig unnötigen Roten Karte wegen eines Ellbogen-Checks gegen Kolousek.

Die dezimierten Gäste konnten aber auf ihren Torjäger Alexander Zickler vertrauen. Nur wenige Augenblicke nach dem Ausschluss schickte Jezek den Deutschen mit einem Steilpass alleine Richtung Wacker-Tor, Knabel hatte die Abseits-Falle aufgehoben. Der Ex-Bayern- München-Stürmer überwand den chancenlosen Pavlovic und bejubelte seinen bereits 14. Saisontreffer.

Die wackeren Tiroler überwanden den Schock jedoch schnell und gingen durch Bernd Windisch (68./nach Vorarbeit von Hattenberger) erneut in Führung. Nach Dollinger war es auch für Windisch das erste Bundesliga-Tor. Die hektische Schlussphase war geprägt von zahlreichen Fouls und Emotionen, mit Kampf und Krampf retteten sich die Innsbrucker über die Distanz. In der 92. Minute vergab Kolousek noch die Chance auf das 3:1, setzte den Ball aleine vor Ochs aber um Zentimeter am Tor vorbei.

(apa/red)