Wachsender Riese in Fernost: Chinas Wirtschaft boomt weiter ungehindert stark

BIP legt im 1. Quartal 2006 um 10,2 Prozent zu

Die chinesische Wirtschaft ist auch in diesem Jahr auf ungebremstem Wachstumskurs. Staats- und Parteichef Jintao teilte mit, dass das Bruttoinlandsprodukt in den ersten drei Monaten 2006 um 10,2 Prozent gewachsen sei - und damit mehr als 2 Prozentpunkte über dem offiziellen Wachstumsziel gelegen habe. Hu betonte, Peking wolle kein derart exzessives Wachstum.

Das Regierungsziel für dieses Jahr ist ein Wachstum von 8 Prozent. Im vergangenen Jahr legte das BIP 9,9 Prozent zu. Die Statistikbehörde bezifferte die volkswirtschaftliche Gesamtleistung 2005 mit 18,23 Billionen Yuan Renminbi (1,85 Billionen Euro). Das Tempo der Expansion hat sich damit kaum verändert, schon 2004 wurde ein Wachstum von 10,1 Prozent verzeichnet. Die stärksten Impulse gingen von steigenden Exporten und Auslandsinvestitionen aus. Trotz des hohen Wachstums blieb die Inflation mit einer Preissteigerung von 1,8 Prozent bisher unter Kontrolle.

Mit den jüngsten Wachstum wachsen die Sorgen, dass die Inflationsrate steigen könnte. Hu sagte, man sei besorgt über die Geschwindigkeit des Wachstums: "Wir streben nicht nach einem High- Speed-Wachstum."

Chinas Führung bemüht sich, eine Überhitzung der Wirtschaft zu vermeiden, die vor allem durch den Export und Auslandsinvestitionen angetrieben wird. Zudem sollen die ärmeren ländlichen Gebiete stärker von der ökonomischen Entwicklung profitieren. Der Staats- und Parteichef betonte, Ziel sei nicht Wachstum um des Wachstums willen. Es gehe um die Art des Wachstums, gewünscht sei "ein schonender Umgang mit Ressourcen, der Schutz der Umwelt und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen".

Im vergangenen Jahr war die Volksrepublik China zur viertstärksten Wirtschaftsnation der Welt nach den USA, Japan und Deutschland und vor Frankreich und Großbritannien aufgestiegen. Experten sehen allerdings große Probleme angesichts steigender Einkommensunterschiede, weit verbreiteter Korruption und massiver Umweltzerstörung.

(apa)