Motor von

Ganz schön bunt getrieben

T-Roc von VW © Bild: Hersteller

Mit dem T-Roc erweitert VW seine SUV-Palette um ein Modell, das alle übrigen Familienmitglieder alt aussehen lässt. Form und Farben sind schuld.

Plötzlich wirkt die gesamte VW-Palette - von Polo über Golf und Passat bis zum Tiguan -noch einen Tick altbackener, um nicht zu sagen: langweiliger, als man es eh schon immer bekrittelt hat. Denn jetzt rollt der T-Roc mit verführerischen Linien im Blechkleid heran, das sich überdies bunt gibt wie die heurigen Modekollektionen von Dior oder Dimitri. Und das nicht nur außen. Aus zehn Karosserielacken, drei Kontrastfarben und einem halben Dutzend Colorkonsolen lassen sich nämlich mehr als 80 Varianten kreieren.

Eigentlich hätte es so vieler stylistischer Spitzfindigkeiten gar nicht bedurft, denn der T-Roc zählt zur begehrten Spezies der SUVs, konkret zu deren kompakter Unterordnung. Und diese Modelle verkaufen sich bekanntlich schneller, als die Werke produzieren können. Ein Boom, der in den kommenden zehn Jahren von heute rund 6,4 Millionen Autos auf 10,6 Millionen Fahrzeuge zulegen wird, wie VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann hochgerechnet hat.

T-Roc von VW
© Hersteller

Vielleicht sollte man den T-Roc besser als Crossover und nicht, schon leicht abgedroschen, als SUV bezeichnen. Denn einerseits basiert er genauso wie Golf und Konsorten auf dem Modularen Querbaukasten (Plattformkonzept von Volkswagen, das die Fahrzeugproduktion vereinheitlicht), ist mit 4,23 Metern Länge jedoch einen Hauch kürzer als der Wolfsburger Bestseller. Andererseits sind seine (immer weniger verlangten) Offroad-Talente limitiert, deswegen wird der Allradantrieb nur in den Topversionen serviert, regulär werden die Vorderräder angetrieben.

Doch genug der Theorie, wir konnten in Portugal erste Testkilometer abspulen. Man schlüpft dank der erhöhten Bestuhlung elegant wie in einen Loafer hinter das Lenkrad, ist von der feinen Sitzposition angetan, vom riesigen digitalen Armaturenbrett überrascht und beim Wechsel in den Fond irritiert. Wer nämlich das teure Panoramadach ordert, sollte trotz zweier "Ausbuchtungen" im Dachhimmel hinten dennoch nur Kinder reinsetzen, weil es einfach an Kopffreiheit mangelt.

Zur Verfügung stand der 150-PS-Diesel (mit DSG und Allrad), dessen Abgase mit Adblue gereinigt werden, und der ist nicht nur deswegen über jeden Verdacht erhaben: Er beschleunigt den T-Roc zügig (8,4 Sekunden auf 100) und ohne jegliche Allüren, bleibt dabei akustisch zurückhaltend und hat auch genug Reserven für den Schwung aus engen Kurven.

T-Roc von VW
© Hersteller

Die Lenkung ist exakt und ziemlich direkt - das ist umso erstaunlicher, weil sie sich unverbindlich wie so manche Fachberatung in Finanzfragen anfühlt.

Daten

Benzin: 1.0 TSI: 3 Zyl., 999 ccm, 115 PS, 187 km/h, ab € 21.490,-
Diesel: 2.0 TDI: 4 Zyl., 1.968 ccm, 150 PS, 200 km/h, ab € 33.670,-

2018 kommen folgende Modelle:
1.5 TSI: 150 PS, mit 7-Gang-DSG, mit 4Motion
1.6 TDI: 115 PS, 6-Gang-Schaltgetriebe
2.0 TDI: 190 PS, mit 7-Gang-DSG, mit 4Motion

Es gibt drei Ausstattungsstufen: Basis, Design, Sport