Vulkanausbruch wird außerordentlich teuer:
Flugbranche blüht Verlust in Millionenhöhe

Folgenschwere Sperre des europäischen Luftraums Einbußen von mehr als 100 Millionen Euro täglich

Vulkanausbruch wird außerordentlich teuer:
Flugbranche blüht Verlust in Millionenhöhe © Bild: APA/EPA/Trueba

Der Ausbruch des Vulkans in Island wird für Europas Volkswirtschaft richtig teuer. Fluggesellschaften erleiden Millionenverluste, Firmen kommen nicht mehr an dringend benötigte Waren und gestrandete Geschäftsreisende müssen in Hotels ausharren. Die Sperrung weiter Teile des europäischen Luftraums wegen der Gefährdung durch die Aschewolke kann schnell einige hundert Mio. Euro Schaden verursachen.

Nach Berechnungen des Verbandes der europäischen Fluggesellschaften AEA drohen allein den Airlines Einbußen von täglich mehr als 100 Mio. Euro. "An einem normalen Tag würden unsere Mitglieder mit Umsätzen von 200 Mio. Euro rechnen", sagte Sprecher David Henderson. Da am Freitag aber rund 60 Prozent der Flüge ausgefallen sind, wären dies allein schon 120 Mio. Euro. Dazu kommt: Die Airlines müssen sich um die Unterbringung und Verpflegung von gestrandeten Gästen kümmern.

Airports bluten
Auch die Flughäfen haben weniger Geld in der Kasse. Gebühren für Starts und Landungen können sie bei Stillstand nicht erheben. Und auch die wichtigste Einnahmequelle, die Erlösbeteiligung aus dem Verkauf von zollfreien Waren, Geschenken oder Mitbringsel in den Flughafengeschäften, dürfte leiden.

Rückschläge bedeutet dies auch für Reiseveranstalter wie TUI oder Thomas Cook. Der Deutsche Reiseverband (DRV) rechnete damit, dass allein am Freitag rund 50.000 deutsche Veranstalter-Gäste durch die Flugverbote betroffen waren - einige saßen im Urlaubsland fest, andere in der Heimat, wieder andere wurden umgeleitet.

Sensible Frachtbranche
Volkswirtschaftlich besonders sensibel ist der Frachttransport. "Wenn zum Beispiel in einem Unternehmen ein Ersatzteil für 5.000 Euro fehlt, kann das schnell einen siebenstelligen Schaden verursachen", sagt Lufthansa-Cargo-Sprecher Nils Haupt. Allein am Frankfurter Flughafen schlägt das Unternehmen bis zu 20.000 Tonnen Fracht in der Woche um. Seit den Flugausfällen setzt das Unternehmen nun auf Lastwagen. Wertfracht und lebende Tiere bleiben dagegen am Flughafen.

Keine größeren Schäden durch die Vulkanasche erwarten dagegen die Versicherer: Denn im Gegensatz zu Flugzeugabstürzen sind Flugausfälle der Airlines in der Regel nicht versichert, wie der Rückversicherer Munich Re und die Allianz in München erklärten. Einige Krisengewinner etwa bei Bahnen oder Autovermietern gibt es aber auch. (apa/red)