Vujanovic bei Montenegro-Wahl bestätigt:
"Absolute" für den amtierenden Präsidenten

Hochrechnung: Wahlbeteiligung lag bei 68 Prozent Pro-serbischer Kandidat Mandic weit abgeschlagen

Vujanovic bei Montenegro-Wahl bestätigt:
"Absolute" für den amtierenden Präsidenten © Bild: APA/EPA

Amtsinhaber Filip Vujanovic hat sich bei der ersten Präsidentschaftswahl seit der Unabhängigkeitserklärung Montenegros vor knapp zwei Jahren seine Wiederwahl gesichert. Laut Hochrechnungen der nichtstaatlichen Organisationen CEMI und CDT sicherte sich Vujanovic die Wiederwahl mit 52,4 bis 53,3 Prozent der Stimmen. Sollten die Hochrechnungen durch die offiziellen Wahlergebnisse bestätigt werden, ist damit keine Stichwahl notwendig.

Im Rennen um das Präsidentenamt waren vier Kandidaten. Der Kandidat der Serbischen Liste, Andrija Mandic, erhielt laut Cemi 19,3 Prozent der Stimmen, gefolgt vom Vorsitzenden der Bewegung für Veränderungen, Nebojsa Medojevic, mit 17,1 Prozent der Stimmen. Der Präsidentschaftskandidat der Sozialistischen Volkspartei (SNP) bekam demnach 11,2 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 68,7 Prozent.

Die CEMI-Hochrechnungen stützten sich auf die Wahlergebnisse in 243 von insgesamt rund 1.100 Wahllokalen. Der mögliche Fehler beläuft sich auf plus oder minus ein Prozent. Die montenegrinische regierende Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) bestätigte den Wahlsieg von Vujanovic. Ins Präsidentenamt war Vujanovic, ein Spitzenpolitiker der DPS, zum ersten Mal im Mai 2003 gewählt worden. Damals war Montenegro aber noch in einem Staatenbund mit Serbien vereint.

"Nicht in der Zwickmühle"
Vujanovic wurde 1954 in Belgrad geboren. Er gehört seit Mitte der 90er Jahre zur Führung der Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS). In die Politik trat der Jurist als Schützling des montenegrinischen Präsidenten Momir Bulatovic (1990-97) ein.

1997 wurde Vujanovic Innenminister, von 1998 bis Oktober 2002 war er Ministerpräsident. Daraufhin war er Parlamentspräsident, ehe er im Mai 2003 zum Staatspräsidenten gewählt wurde. In dieser Funktion schrieb Vujanovic im Frühjahr 2006 jenes Referendum aus, bei dem sich die Bürger mehrheitlich für den Austritt aus dem Staatenbund Serbien-Montenegro und die Unabhängigkeit aussprachen.

"Nicht in der Zwickmühle" lautete der Wahlslogan Vujanovic', der sich erwartet, dass sich die Bürger erneut für das "siegreiche politische Programm" entscheiden, dessen strategisches Ziel eine Steigerung der Lebensqualität der Montenegriner sei.

Er sei geehrt, seinen Landsleuten mitteilen zu können, dass er alles, was er versprochen habe, auch erfüllt habe, teilte der Präsident zu Beginn seines Wahlkampfes mit. Montenegro unterzeichnete im vorigen Herbst ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der Europäischen Union. In Kürze will Podgorica in Brüssel den Status eines EU-Kandidaten beantragen. (apa/red)