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Vucic plädiert für Kompromiss im Normalisierungsdialog mit Kosovo

Serbischer Präsident warnt anlässlich des zehnten Unabhängigkeitstags vor "eingefrorenem Konflikt"

Zum zehnten Unabhängigkeitstag des Kosovo hat der serbische Präsident Aleksandar Vucic für einen Kompromiss in dem seit 2011 in Brüssel geführten Normalisierungsdialog mit Prishtina appelliert. Belgrad lehnt es nach wie vor ab, die Unabhängigkeit seiner ehemaligen Provinz anzuerkennen.

Für jedwede Vereinbarung sei ein Kompromiss notwendig, wurde Vucic am Samstag von Belgrader Medien zitiert. Es könne nicht eine Seite geben, die alles gewinnt, während die andere leer ausgehe. Dies werde nicht zu einer Lösung des Konflikts beitragen. Diese sei nur möglich, wenn beide Seiten zufrieden oder wenigstens teilweise zufrieden sind.

Sollte kein Kompromiss erreicht werden, werde man jahrzehntelang einen "eingefrorenen Konflikt" haben, warnte der serbische Staatschef ferner und wies darauf hin, dass die Lösung der Kosovo-Frage nicht den kommenden Generationen überlassen werden sollte.

Der EU-initiierte Normalisierungsdialog hat bisher zu mehreren Vereinbarungen geführt. Die wichtigste - jene über die Bildung der Serben-Gemeinschaft im Kosovo aus dem Jahr 2013 - wurde bisher nicht umgesetzt.

Die EU-Kommission stellte Serbien vor Kurzem einen Beitritt zur Union bis 2025 in Aussicht, vorausgesetzt, zuvor werde ein rechtlich bindendes Abkommen mit Prishtina geschlossen. Derzeit wird erwartet, dass dies bis Ende 2019 erreicht werden könnte.

Der serbische Außenminister Ivica Dacic stellte unterdessen am Samstag in Belgrad die Anerkennung des Kosovo durch Burundi infrage. Bei seinem Besuch in Burundi vor Kurzem habe er eine schriftliche Bestätigung erhalten, dass die Anerkennung zurückgezogen worden sei, erklärte Dacic bei einer Pressekonferenz in Belgrad. Burundi hatte nach Angaben des kosovarischen Außenministeriums den jüngsten Staat Europas am 16. Oktober 2012 anerkannt. Insgesamt hat es bis Freitag 116 Anerkennungen gegeben.

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