VSV ist neuer Eishockey-Meister: 3:2-Sieg in Overtime gegen Salzburg sichert 6. Titel

Kärntner in best-of-seven-Serie 4:2 uneinholbar vorn BILDER: Bousquet erzielt in 19. Minute der OT Tor

Die Saison 2005/06 in der Erste Bank Eishockey Liga ist am Sonntag in einem unvergleichlichen Krimi entschieden worden. Der Villacher SV krönte sich mit einem 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die Red Bulls Salzburg zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte zum österreichischen Meister. Nach 78 Minuten hochklassigem Eishockey schoss Liga-Topscorer Dany Bousquet den VSV vor 5.000 extatischen Zuschauern in der ausverkauften Villacher Stadthalle in der "Sudden Victory Overtime" zum Titel.

Die Villacher setzten sich damit in der "best of seven"-Finalserie gegen den leicht favorisierten Grunddurchgangs-Sieger Salzburg mit 4:2 durch. Erstmals in dieser Serie war ein Finalspiel in die Verlängerung gegangen, in der sich jeweils nur vier Feldspieler gegenüber standen. Die Außenseiter aus Kärnten, die in der Finalserie bereits einen 2:0-Vorsprung verspielt hatten, fanden in der Overtime im Spiel vier gegen vier durch Scoville (66., 68.) und Bousquet (68.) auch die besseren Chancen vor.

"Bestes Tor, das mir jemals gelungen ist"
Doch kurz vor Ende der ersten 20-minütigen und mitreißenden "Sudden Victory"-Periode erlöste Bousquet nach einem Abpraller aus kurzer Distanz den VSV. "Ich habe schon so viele Tore geschossen, aber das ist das beste Tor, das mir jemals gelungen ist. Das ist einfach unglaublich", meinte der Kanadier, nachdem er Salzburgs Star-Goalie Arturs Irbe überwunden hatte. Auf der Gegenseite behielt der zuletzt mehrmals kritisierte VSV-Keeper Gert Prohaska die Nerven.

Daher übernahm Nationalverteidiger Mike Stewart in seiner Funktion als Ersatz-Kapitän für das verletzte VSV-Urgestein Herbert Hohenberger (Knöchelbruch) die Meistertrophäe. "Das ist ein absolut unglaubliches Gefühl", meinte VSV-Coach Greg Holst. "Das war unglaublicher Siegeswille. Die Mannschaft hat es sich einfach verdient."

Salzburger Führungstreffer nach 59 Sekunden
Dabei hatten die Salzburger wie in Spiel 5 überfallartig begonnen. Der Sieger des Grunddurchganges setzte den VSV von Beginn an unter Druck, wurde bereits nach 59 Sekunden durch Martin Ulrich belohnt. Der österreichische Rekordnationalspieler traf nach Assist seines Teamkollegen Matthias Trattnig. Die "Bullen" verabsäumten es aber trotz einiger guter Gelegenheiten in den ersten zehn Minuten einen Treffer nachzulegen.

"Das war ein Spiel auf des Messers Schneide. Wir haben die entscheidenden Tore versäumt. Deswegen ist Villach Erster und wir Zweiter", erklärte Salzburg-Kapitän Dieter Kalt. Den Gastgebern gelang nämlich noch im ersten Drittel dank eines Doppelschlages die Wende. Innerhalb von nur 13 Sekunden erzielten die VSV-Cracks Wolfgang Kromp und Markus Peintner in der 18. Minute jeweils sehenswerte Tore. Erst traf Kromp per ansatzloser Direktabnahme, im nächsten Angriff sorgte Peintner nach einem Solo und leicht abgelenktem Schuss genau ins Kreuzeck für die 2:1-Führung.

Im Mitteldrittel gaben allerdings weitgehend die Salzburger den Ton an, der verhaltende VSV kam durch Roy nur zu einer einzigen echten Torchance. Für die Red Bulls besorgte deren kanadischer Topstürmer Frank Banham, der seinen eigenen Rebound verwertete, nach starker Vorarbeit von Andre Lakos den Ausgleich. Im dritten Drittel drückten die Salzburger dann vergebens auf den Siegtreffer, der sie in ein entscheidendes Spiel 7 in der eigenen Eisarena gebracht hätte.

Villachs Bürgermeister von Puck getroffen
Villach stellt zum sechsten Mal den österreichischen Eishockey-Meister, Bürgermeister Helmut Manzenreiter hat dafür besondere Schmerzen in Kauf genommen. Der SPÖ-Politiker wurde in der 56. Spielminute von einem Puck getroffen.

Manzenreiter musste im Anschluss an das Spiel genäht werden. Der Bürgermeister hatte sich zuvor trotz leichter Verletzung die Schlussphase des Krimis nicht entgehen lassen wollen. Im Anschluss feierte Manzenreiter bereits wie die 5.000 Zuschauer in der ausverkauften Villacher Stadthalle den Meistertitel.
(apa)