VP-General greift Landeshauptmann frontal
an: "Niessl soll den Wahlkampf einstellen"

Geplantes Asylzentrum in Eberau erregt die Gemüter "Landes-SPÖ hat Südburgenland aushungern lassen"

VP-General greift Landeshauptmann frontal
an: "Niessl soll den Wahlkampf einstellen" © Bild: APA/MMV/Neumayr

In der Debatte um das geplante Asylzentrum in Eberau erhält ÖVP-Innenministerin Maria Fekter Rückendeckung aus der eigenen Partei. Generalsekretär Fritz Kaltenegger geht mit dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) scharf ins Gericht. Niessl solle den Wahlkampf einstellen und stattdessen an einer Lösung arbeiten, fordert Kaltenegger.

Laut dem ÖVP-Generalsekretär habe die im Burgenland mit absoluter Mehrheit regierende Landes-SPÖ "das strukturschwache Südburgenland aushungern lassen", so Kaltenegger im "Ö1 Morgenjournal". Genau deshalb sei es wirtschaftlich von Vorteil, das geplante Asyl-Aufnahmezentrum zu errichten.

Im Gegenteil zur Bundesparteiführung der Sozialdemokraten setze Niessl auf Konfrontation statt auf konstruktives Zusammenarbeiten. Wie er auf die auch aus der ÖVP geäußerte Kritik zum Projekt in Eberau stehe, ließ Kaltenegger indes unbeantwortet. Wichtig sei vielmehr, dass darüber geredet werde, was am Ende des gesamten Prozesses herausschaut.

Kräuter kontert
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter ließ die Kritik Kalteneggers natürlich nicht kalt. Kräuter konterte, er halte es für "richtig", dass sich Niessl gegen eine "Nacht- und Nebelaktion" zur Wehr setze. Man dürfe nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden, meinte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer. Innenministerin Fekter solle sich fragen, welche "Fehler" sie gemacht habe.

ÖVP und SPÖ kassierten für ihr Hick-Hack Kritik der Opposition. Der "Streit" sei "grotesk", meinte FPÖ-Vizeparteichef Hofer. Die Vorgangsweise der Innenministerin und des Eberauer Bürgermeisters Strobl sei "schäbig und feig".

(apa/red)