Vorsicht vor der Kostenfalle Ratenzahlung:
So schützen Sie sich vor hohen Gebühren

Firmen werben mit günstigen Teilzahlungsmodellen Vergleich verschiedener Angebote lohnt sich immer

Vorsicht vor der Kostenfalle Ratenzahlung:
So schützen Sie sich vor hohen Gebühren

Es klingt verlockend: Heute kaufen und erst später in kleinen Teilbeträgen bezahlen. Viele vergessen jedoch, dass es sich bei diesen Ratenzahlungen eigentlich um Kredite handelt, die bei näherer Betrachtung keinesfalls als Schnäppchen bezeichnet werden können. Um nicht auf horrenden Kosten sitzen zu bleiben, sollten einige Punkte vor der Entscheidung für die Ratenzahlung beachtet werden.

"Einfach", "schnell" und "unkompliziert" – mit diesen Worten versuchen viele Unternehmen, ihre Kunden vom Kauf auf Pump zu überzeugen. Von diesen Werbeaktionen sollte man sich jedoch nicht blenden lassen, denn nur allzu rasch kann aus dem schnellen Schnäppchen an langfristiger finanzieller Klotz am Bein werden.

Die Arbeiterkammer untersuchte Versand- und Möbelhäuser sowie Elektrofach- und Baumärkte und fand heraus, dass die effektiven Jahreszinssätze inklusive aller Kosten an die 22 Prozent ausmachen können. Doch nicht nur durch die hohen Zinsen, sondern auch Mahngebühren und Verzugszinsen verteuern auf Raten gekaufte Waren. Wie die AK ermittelte, können die Verzugszinsen bis zu fünf Prozent, die Mahnspesen bis zu 15 Euro pro Mahnung betragen.

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten
In manchen Fällen ist daher die kurzfristige Finanzierung durch die Überziehung des Kontos weitaus günstiger. Hierbei fallen zwar keine Bearbeitungsgebühren und Steuern, dafür jedoch Zinsen bis zu 13,25 Prozent an. Beachtet werden sollte allerdings, dass manche Banken bei Kontoüberziehungen, die über den Überziehungsrahmen hinausgehen, Verzugszinsen von fünf Prozent anfallen. Dadurch kann der Zinssatz letztlich insgesamt bei 18,25 Prozent liegen.

Wer unbedingt eine größere Anschaffung machen muss, der kann einen Privatkredit in Erwägung ziehen. Bei diesem bewegen sich die Nominalzinsen zwischen vier und 6,5 Prozent. Die effektiven Zinssätze liegen zwischen 5,3 und 8,4 Prozent.

Voraussetzungen für den Kauf auf Pump
Wer dennoch die Bezahlung auf Raten in Erwägung zieht, sollte prüfen, ob die notwendigen Voraussetzungen erfüllt werden. Unternehmen gewähren die Ratenzahlung nur Personen, die älter als 18 Jahre sind und am Ende der Finanzierung nicht älter als 75 Jahre sein werden.
Darüber hinaus muss das Mindesteinkommen über dem Existenzminium (netto) liegen.

Der Wohnsitz muss in Österreich, der Arbeitsplatz in Österreich oder dem umliegenden Grenzland sein. Zudem muss man zum Zeitpunkt der Antragsstellung mindestens drei Monate in einem EU- oder EFTA-Staat beschäftigt sein und über eine inländische Bankverbindung verfügen.

Information schützt vor Kostenfalle
Konsumenten sollten sich genau über Zinsen und Spesen informieren und ausrechnen, ob die Mehrkosten die Ratenzahlung tatsächlich Wert sind. Wie die Erhebung der AK gezeigt hat, sind die Informationen auf den Internetseiten der Händler oft mangelhaft. Nur sechs der untersuchten 16 Anbieter wiesen auf ihren Internetseiten den zur Anwendung kommenden Jahreszinssatz aus.

Scheuen Sie sich daher nicht davor, sich bezüglich der zu zahlenden Gesamtkosten zu erkundigen. Nur so ist man vor bösen Überraschungen, die sich hinter der 0 Prozent-Finanzierung verbergen können, gefeit. Ein Vergleich verschiedener Angebote lohnt sich auf jeden Fall.

Weiterführender Link
Arbeiterkammer

(red)