Vorsicht Kostenfalle: Mieter werden bei Betriebskostenabrechnungen oft abgezockt

Statt 450 Nachzahlung plötzlich eine Rückerstattung? Mietervereinigung: Abrechnungen genau kontrollieren

Vorsicht Kostenfalle: Mieter werden bei Betriebskostenabrechnungen oft abgezockt

Wer zur Miete wohnt, wird kräftig zur Kasse gebeten. Steigende Heiz- und Energiekosten lassen die Betriebskosten ebenso anwachsen wie teure Reparaturen und Wartungen. Aber Vorsicht: Nicht immer sind die Erhöhungen gerechtfertigt. Wie das Ö1-Journal berichtet, sind Fehler bei Abrechnungen keine Seltenheit. Die Beschwerden bei der Mietervereinigung häufen sich.

Eine Mieterin sollte 450 Euro Nachzahlung für die Betriebskosten leisten. Bei der Überprüfung wurden mehrere Fehler gefunden. Statt etwas nachzuzahlen, bekam die Frau 100 Euro zurück. Mit solchen und ähnlichen Fällen beschäftigt sich Georg Niedermühlbichler von der Mietervereinigung häufig. Seit Jahresbeginn ist dort die Zahl der Anfragen um ein Drittel gestiegen: "Wenn die Menschen immer weniger Geld zur Verfügung haben, müssen sie natürlich immer schauen, wo man sparen kann. Und wir merken das ganz deutlich bei uns in der Beratung - nicht nur was die Mieten, sondern vor allem was die Betriebskosten betrifft", sagt Niedermühlbichler.

Drei Jahre Zeit für Prüfung
Bis spätestens Ende Juni müssen die Hausverwaltungen die Betriebskosten-Abrechnungen für das Jahr 2007 vorgelegt haben. Mieter haben dann drei Jahre Zeit, die Abrechnung prüfen zu lassen. Auch bei Eigentumswohnungen müssen die Abrechnungen bereits vorliegen. Hier beträgt die Einspruchsfrist aber nur sechs Monate. Häufige Fehlerquellen: Reparaturen, Versicherungen und Liftkosten.

Seine Strafen für notorische Fehlverrechner
Das Mietrechtsgesetz sieht auch zu wenig Sanktionen gegen Hausverwaltungen und Vermieter vor, die Betriebskosten konsequent zu hoch verrechnen, sagt Georg Niedermühlbichler: "Wenn man bei einer Betriebskosten-Überprüfung draufkommt, dass hier falsche Positionen verrechnet werden und der Vermieter das im nächsten Jahr wieder macht, gibt es keine Sanktionsmöglichkeiten, keine Bestrafung oder Sonstiges."

Novelle auf Eis gelegt
Nötig wäre auch eine Liste, in der die erlaubten Betriebskosten aufgezählt werden. Damit wäre eine Überprüfung deutlich vereinfacht. Eine entsprechende Novelle des Mietrechtsgesetzes war geplant, ist durch die Neuwahlen aber nicht mehr zustande gekommen.

1,60 Euro/Quadratmeter Richtwert
Je nach Region und Zustand des Hauses dürfen Betriebskosten etwa 1,60 Euro pro Quadratmeter betragen. Liegen sie deutlich darüber, raten die Mieterschützer, die Abrechnung zu prüfen und gegebenenfalls beim Schiedsgericht zu beeinspruchen.

Erhöhungen ab September
Im September werden außerdem die Kategorie-Richtzinse um 5,6 Prozent erhöht. Betroffen sind etwa die Hälfte aller Mietwohnungen in Österreich. Spüren werden das dann auch die Besitzer von Eigentumswohnungen, da auch die Verwaltungskosten von Eigentümern erhöht werden dürfen, und zwar ebenfalls um 5,6 Prozent. (red)