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Der Mega-Kinoherbst

Top-Filme starten: Vom Hobbit über Lauda- und Assange-Biopics bis zu Austro-Dokus

Der Hobbit © Bild: 2013 Warner Bros. Entertainment Inc. and Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc.

Die Abende werden kühler, die heuer überaus erfolgreichen Sommerkinos bauen langsam wieder ihre Leinwände ab - und spätestens mit Anfang September freuen sich Filmfreunde schon wieder auf das Herbstprogramm. Wer Blockbuster bevorzugt, wird den zweiten Teilen von "Thor", "Die Tribute von Panem" und "Der Hobbit" entgegenfiebern. Wer anspruchsvolleres US-Kino mag, wartet wohl bereits auf die neuen Filme der Coen-Brüder und Martin Scorsese. Große Biopics widmen sich dem Wikileaks-Gründer Julian Assange und dem österreichischen Rennfahrer Niki Lauda. Und apropos Österreich: Hier wird im Herbst ganz schön umgerührt.

Statt der großen Namen wie Michael Haneke oder Ulrich Seidl gibt diesmal etwa der junge Genre-Filmer Marvin Kren den Ton an, der mit "Blutgletscher" (ab 27. September) einen astreinen Horrorthriller in den heimischen Alpen drehte. Katharina Mückstein war zudem mit "Talea" (ab 13. September) ebenso auf Festivals erfolgreich wie Daniel Hoesl mit "Soldate Jeannette" (noch kein Starttermin). Vielversprechend sind auch die gesellschaftskritischen Dokus von Werner Boote und Erwin Wagenhofer, die mit "Population Boom" (ab 20. September) und "Alphabet" (ab 10. Oktober) das Bevölkerungswachstum und das Bildungssystem kritisch unter die Lupe nehmen.

Internationales Österreich

Einige internationale Produktionen weisen unterdessen deutliche Österreich-Bezüge auf: Ron Howard widmet sich in "Rush - Alles für den Sieg" (ab 3. Oktober) dem Rennfahrer-Duell von Niki Lauda und James Hunt im Jahr 1976. Eine große Prise Nostalgie verspricht auch "Im weißen Rössl - Wehe du singst" (ab 7. November) vom Deutschen Christian Thede. Vor der Kamera hat sich einmal mehr Arnold Schwarzenegger betätigt, der in "Escape Plan" (ab 15. November) an der Seite von Sylvester Stallone einen Gefängnisausbruch versucht. Und Christoph Waltz präsentiert sich in Terry Gilliams "The Zero Theorem" (noch kein Starttermin) in Venedig und mit Glatze.

Arthaus-Hits

Der Auftaktfilm des Festivals von Venedig, Alfonso Cuarons "Gravity" mit George Clooney und Sandra Bullock, kommt am 4. Oktober ins Kino, ebenso wie Michel Gondrys Liebesdrama "Der Schaum der Tage" mit Audrey Tautou. Eine Woche darauf lässt sich Robin Wright in "Der Kongress" von "Waltz With Bashir"-Regisseur Ari Folman digitalisieren, bevor sie mit Naomi Watts "Tage am Strand" (ab 8. November) verbringt. Weibliche Starpower im Arthaus-Bereich versprechen auch Emmanuelle Seignier in Mathieu Amalrics "Venus im Pelz" (ab 22. November) und Lea Seydoux in Abdellatif Kechiches "La vie d'Adele" (ab 20. Dezember).

Top-Performances

Nicht vorbeikommmen wird man ab 1. November wohl an "Inside Wikileaks", wenn Benedict Cumberbatch in die Haut von Julian Assange schlüpft. Mads Mikkelsen spielt zudem Kleists Pferdehändler Michael Kohlhaas (ab 7. November), Justin Timberlake gibt einen erfolglosen Folksänger im Coen-Brüder-Musikfilm "Inside Llewyn Davis" (ab 6. Dezember), und Leonardo DiCaprio wird als windiger Börsenmakler in Martin Scorseses "The Wolf of Wall Street" bereits vorab als heißer Oscarkandidat gehandelt. Apropos große Performances: Greta Gerwig sollte man in Noah Baumbachs "Frances Ha" (ab 13. September) auch auf keinen Fall verpassen.

Lachen mit Stiller und Oldies

Im Komödiensektor darf man sich auf Steve Coogan als Pornolegende in Michael Winterbottoms "The Look of Love" (ab 20. September) ebenso freuen wie auf Ben Stiller in "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" (ab 25. Dezember). Den Unterschied zwischen britischem und US-Humor kann man mit "The World's End" (ab 13. September) und "Das ist das Ende" (ab 20. September) überprüfen, wenn zwei Mal ausgelassenes Treiben von apokalyptischen Bedrohungen unterbrochen wird. Reichlich Oldie-Starpower haben zudem "R.E.D. 2" (ab 12. September), "Last Vegas" (ab 15. November) und "August: Osage County" (ab 29. November) angehäuft.

Typisch Hollywood

Neben Bruce Willis, Helen Mirren, Michael Douglas, Robert De Niro, Meryl Streep und Julia Roberts aus den letztgenannten Filmen begegnet man im Hollywood-Kino u.a. auch Jamie Foxx in Roland Emmerichs "White House Down" (ab 6. September), Hugh Jackman im Selbstjustiz-Drama "Prisoners" (ab 11. Oktober), James McAvoy als übler Polizist in "Drecksau" (ab 18. Oktober), Tom Hanks im Piratendrama "Captain Phillips" (ab 8. November), Julianne Moore im Sexdrama "Don Jon" (ab 15. November) sowie im Horror-Remake "Carrie" (ab 6. Dezember) oder zu guter Letzt auch Danny Trejo im Trash-Sequel "Machete Kills" (ab 19. Dezember).

Blockbuster und Animation

Bleiben schließlich noch die Blockbuster und Animationsfilme: Superheld "Thor" packt ab 31. Oktober erneut seinen Hammer aus, in "Die Tribute von Panem - Catching Fire" (ab 21. November) muss Jennifer Lawrence sich einmal mehr beweisen, und in "Der Hobbit: Smaugs Einöde" (ab 13. Dezember) trifft Bilbo auf den Drachen. Zudem führt Til Schweiger sein begonnenes Franchise mit "Keinohrhase und Zweiohrküken" (ab 27. September) animiert fort, Dreamworks zeigt die rasende Schnecke "Turbo" (ab 4. Oktober), "Tarzan" kommt als Motion-Capture-3D-Animation aus Deutschland zurück ins Kino (ab 11. Oktober) und Disney bringt ab 28. November "Die Eiskönigin".

Metallica, Viennale und Dinos

Wem das alles zu neu ist, dem bleiben immer noch die Dinosaurier: Am 6. September kommt anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums Steven Spielbergs "Jurassic Park" in 3D konvertiert erneut in die Kinos. Ab 4. Oktober sind auch Metallica im surrealen 3D-Konzertfilm "Through the Never" von Nimrod Antal zu erleben. Und ab 24. Oktober präsentiert Festivaldirektor Hans Hurch, der sich selbst gern als Kino-Dinosaurier bezeichnet, bei der Viennale einmal mehr seine Highlights des vergangenen Filmjahres.

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