Vorjahres-Crash von Kanada ist vergessen:
Robert Kubica denkt nicht an Horror-Unfall

Cooler Pole: "Ich muß mit gar nichts fertig werden" Nach sechs Saisonrennen ist BMW-Pilot WM-Vierter

Vorjahres-Crash von Kanada ist vergessen:
Robert Kubica denkt nicht an Horror-Unfall © Bild: Reuters/Gea

Coolness oder Verdrängung, Abgebrühtheit oder mentale Stärke: Die schockierenden Bilder seines in der Luft wirbelnden BMW-Sauber beim Großen Preis von Kanada lassen Robert Kubica auch ein Jahr danach zumindest nach außen hin kalt. "Ich muss mit gar nichts fertig werden", stellte der Pole vor seiner Rückkehr nach Montreal klar. "Natürlich weiß jeder, was 2007 geschehen ist, aber das beeinflusst mich nicht." Angst vor dem Rennen auf dem Circuit Gilles Villeneuve kennt der 23-Jährige nicht.

Nach sechs Saisonrennen ist Kubica WM-Vierter, nur sechs Punkte hinter Spitzenreiter Lewis Hamilton. Nach dem Ausfall zum Auftakt in Australien war er in den Grand-Prix je zweimal Zweiter und Vierter und einmal Dritter. Den Crash habe er lange hinter sich gelassen, er sei seither immer wieder im Formel-1-Auto gefahren, "ohne mir darüber Gedanken zu machen".

"Jeder ist selbst sein bester Mentaltrainer"
Mit der Aufarbeitung des spektakulärsten Crashs der vergangenen Formel-1-Jahre hat sich Kubica aber nicht lange aufgehalten. Horror-Unfall? - Na und. Psychische Hilfe? - Wozu? Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus nur einen Tag nach der Havarie war er mit dem am Unfall beteiligten Jarno Trulli von Toyota essen gewesen und hatte mit ihm die Ursache für den Abflug geklärt. Das war's. "Ich glaube, dass jeder selbst sein bester Mentaltrainer ist, indem er seine Fehler und Herangehensweise analysiert und versteht", sagt Kubica. Für den heurigen Grand-Prix wurde die Stelle des damaligen Unfalls entschärft.

Teamkollege Heidfeld in der Krise
Der ehrgeizige Kubica hat im teaminternen Duell heuer die Wende gegen den Deutschen Nick Heidfeld geschafft. Er kämpft mit McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton und dem Ferrari-Duo Kimi Räikkönen und Felipe Massa um den Titel. Heidfeld hingegen kämpft mit dem Auto, mit den Reifen, mit sich selbst und um den Ruf, doch noch ein Siegfahrer zu werden.

Heidfeld braucht sich keine Krise andichten zu lassen, weil er sieht, dass er in einer steckt. Der 31-Jährige sucht nach Lösungen. "Zusammen mit den Ingenieuren arbeite ich daran, die Reifen wieder schnell genug in das Temperaturfenster zu bekommen, in dem sie richtig Grip aufbauen", sagt er verklausuliert. Sollten die Pneus an seinem Wagen so cool sein wie Kubica, steht Heidfeld vor einem unlösbaren Problem.

(apa/red)