Vorfreude im ÖSV-Lager auf den Bergisel:
Loitzl hofft auch hier auf Spitzenergebnisse

Österreichischer Favorit gibt sich zurückhaltend Schlierenzauer mit seinem Ergbenis nicht zufrieden

Vorfreude im ÖSV-Lager auf den Bergisel:
Loitzl hofft auch hier auf Spitzenergebnisse © Bild: DPA/Daniel Karmann

Nach dem wetterbedingten Ausfall im Vorjahr ist die Vorfreude auf das heutige Bergisel-Springen um 13.45 Uhr im österreichischen Team noch größer als sonst. Mit dem Garmisch-Sieg von Wolfgang Loitzl, der als Führender der Vierschanzen-Tournee nach Österreich übersiedelte, und drei weiteren Springern in den Top Sechs des Neujahrsspringen, versprechen sich die ÖSV-Adler auch für den ersten Tournee-Heimbewerb Spitzenergebnisse.

"Unter solchen Voraussetzung ist das eine ganz große Sache. Es gibt keinen Springer, bei dem die Augen nicht leuchten", sagte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner, der in Innsbruck seinen 38. Geburtstag nachfeierte. "Es ist noch nichts entschieden, die Ausgangssituation ist die gleiche wie vor der Tournee", erklärte Garmisch-Premierensieger Loitzl, der 0,5 Punkte vor dem fünffachen Saisonsieger Simon Ammann die Wertung anführt und den Schweizer weiter als Favoriten auf den Gesamtsieg sieht.

Führung keine Bürde
Loitzl betonte, dass er die Gesamtführung nicht als Bürde empfindet, und scheint den Rummel um seine Person zu genießen. "Die Anerkennung taugt mir und macht mich stolz", so der 28-Jährige. "Vor Heimpublikum zu springen ist immer schön", betonte der Steirer, "ich hoffe auf faire Bedingungen und glaube, es wird auch nach Innsbruck spannend bleiben".

Der zweifache Saisonsieger Gregor Schlierenzauer, der in den beiden vergangenen Jahren Tournee-Halbzeit-Leader war, ist mit zwei vierten Plätzen in Oberstdorf und Garmisch nicht ganz zufrieden und will im heimatlichen Tirol für den ersten Heimsieg seit Andreas Widhölzl im Jahr 2000 sorgen. "Ich habe die Tournee noch nicht abgeschrieben, ich kann Topsprünge zeigen", meinte der 18-jährige Tiroler, der nicht im Mannschaftshotel in Kematen, sondern zu Hause in Fulpmes wohnt. "Ich freue mich sehr auf meine Heimschanze, ich werde die Stimmung aufsaugen", so Schlierenzauer, der 23,8 Punkte Rückstand auf Loitzl hat.

Weltcup-Titelverteidiger Thomas Morgenstern schöpfte in Garmisch mit seinem Finalsprung, der ihn auf Rang sechs nach vor brachte, wieder Selbstvertrauen. "Das war etwas, worauf ich aufbauen kann", betonte der Doppelolympiasieger, der noch auf den ersten Podestplatz der Saison wartet. "Im Vorjahr habe ich mich über einen sechsten Platz geärgert, jetzt ist der Sechste ein gutes Ergebnis", so der Seriensieger der Vorsaison. "Die Fans am Bergisel bringen hoffentlich das gewisse Etwas, damit ich auch einmal zwei tolle Sprünge zeigen kann", sagte der Kärntner.

Für die zwei heimischen Tournee-Bewerbe ergänzen sechs Springer der nationalen Gruppe das ÖSV-Aufgebot. Dies sind mit Stefan Thurnbichler, Balthasar Schneider, Manuel Fettner und Roland Müller vier arriviertere Springer, sowie die zwei Tournee-Debütanten Nicolas Fettner und Florian Schabereiter. (apa/red)