Vor Vergabe für Olympia 2014: Spitzen des Staates verabschieden Salzburg-Delegation

Politiker zuversichtlich: Salzburg bekommt Zuschlag US-Index sieht derzeit alle drei Bewerber gleichauf

Vor Vergabe für Olympia 2014: Spitzen des Staates verabschieden Salzburg-Delegation

Die Spitzen des Staates haben acht Tage vor der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 nochmals ihre Unterstützung für den österreichischen Bewerber Salzburg deutlich gemacht. Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer verabschiedeten in Wien offiziell den Bürgermeister Heinz Schaden und die Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die bei der Entscheidung am 4. Juli (Ortszeit) die Salzburger Delegation anführen werden. Fischer und Gusenbauer gaben sich zuversichtlich, dass die österreichische Kandidatur den Zuschlag erhält.

Bundespräsident Fischer sprach von einem Salzburger Angebot, das "unerreichbar, unübertrefflich", sei. "Wir können Spiele versprechen, die alle Stückerl spielen", erklärte der Schirmherr des Österreichischen Olympischen Comites. "Ich wünsche mir eine faire und objektive Vergabe und sehe der Entscheidung mit Zuversicht entgegen", betonte Fischer, der nicht zur Vergabe nach Guatemala fliegt. Seine Amtskollegen Wladimir Putin und Roh Moo-Hyun kämpfen hingegen für Sotschi (Russland) bzw. Pyeongchang (Südkorea) direkt vor Ort.

Gusenbauer wird selbst zum IOC-Kongress nach Guatemala fliegen, auf dem die IOC-Mitglieder über den Austragungsort der Winterspiele 2014 entscheiden werden. "Wir werden bis zur letzten Sekunde darum kämpfen, dass Österreich und Salzburg den Zuschlag bekommen. Ich glaube, wir haben gute Chancen, gegen schwergewichtige Konkurrenten zu bestehen", sagte der Regierungschef und sprach sogar davon, dass es für das IOC gut wäre, die Spiele an Salzburg zu vergeben. "Denn wir könnten der Olympischen Bewegung viel zurückgeben", merkte Sportminister Gusenbauer an.

ÖOC-Präsident Leo Wallner verglich das Engagement Gusenbauers in Guatamala mit jenem von Englands Tony Blair, der beigetragen hatte, dass London die Sommerspiele 2012 durchführen darf. "Ich habe unter IOC-Kollegen von seinen Sympathiewerten gehört und hoffe, dass wir dadurch noch die eine oder andere Stimme rüberbekommen", sagte Wallner. Der ÖOC-Chef gab sich selbst ebenfalls optimistisch. "Wir wissen, dass nur eine Medaille vergeben wird. Aber wir haben ein Angebot, das reüssieren kann."

Olympiakandidaten liegen gleichauf
Das Rennen um die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 präsentiert sich völlig offen. Der renommierte, in Atlanta (USA) beheimatete Index "Around the Rings" gibt allen drei Kandidaturen 83 von 110 möglichen Punkten.

Im April war Salzburg mit 82 Punkten noch vor Pyeongchang (77) und Sotschi (75) gelegen. Die Dopingverurteilung Österreichs durch das IOC wegen der Vorfälle bei den Winterspielen 2006 in Turin hat offensichtlich der Kandidatur Salzburg geschadet. Der Index "Around the Rings Olympic Bid Power" basiert auf 11 "objektiven" und "subjektiven" Kriterien wie Unterkünfte, Stadien, Transport, Ambiente usw. (apa/red)