Vor Startschuss zur Motorrad-WM: Rossi auch als "Vize" großer WM-Favorit 2007

Leitner-Schützling Pedrosa erster Rivale des 'Doctors' WM beginnt heuer so früh wie nie in Doha/Katar

Nach einer nur viermonatigen Winterpause beginnt heute und damit so früh wie noch nie in Doha/Katar die Motorrad-Straßen-WM 2007. Titelverteidiger im MotoGP ist der US-Amerikaner Nicky Hayden (Honda). Insider sind aber überzeugt, dass der siebenfache Weltmeister Valentino Rossi (Yamaha) bei der Rückeroberung seines Titels vor allem den spanischen Jungstar Daniel Pedrosa (Honda) zum Gegner hat.

18 Läufe stehen im MotoGP an, 17 in den restlichen Klassen. Bei den offiziellen Tests in Jerez Ende Februar wurde deutlich, dass nur Rossi und Pedrosa derzeit in derselben Liga fahren, während der heuer mit Nummer 1 antretende Hayden bei den Wintertests einige Probleme hatte. Superstar Rossi hatte vergangene Saison seinen 8. WM-Titel und den 6. in Folge in der Königsklasse um nur fünf Punkte verpasst. Sein Yamaha-Team tritt heuer im FIAT-Look an, nachdem Sponsor Camel ausgestiegen ist.

Hubraum auf 800 ccm gesenkt
In der "Königsklasse" ist einiges neu. Der Hubraum wurde aus Sicherheitsgründen von 990 auf 800 ccm gesenkt. Es dürfen zudem nur noch 21 Liter Benzin im Tank sein. Die Anzahl der profillosen Slick-Reifen wurde limitiert. Das Team gewechselt haben Casey Stoner (Ducati), Makoto Tamada (Yamaha), Carlos Checa (Honda) und Shinya Nakano (Honda). In den MotoGP zurückgekehrt sind Alex Barros, Jeremy McWilliams, Andrew Pitt und Olivier Jacque.

Rossi hat seine Favoritenstellung auch bei den letzten offiziellen Tests in Valencia unterstrichen, wo er sich trotz der Hubraum-Reduzierung mit Rundenrekord das dafür ausgelobte BMW-Coupe sicherte. "Meine Yahama ist dabei förmlich geflogen", betonte der selbstbewusste Italiener.

Nur Pedrosa kommt an Rossi ran
Hauchdünn dran an Rossi war nur Pedrosa. Aber dessen Chefmechaniker, der Österreicher Mike Leitner, bleibt auf dem Boden. "Natürlich treten wir an, um Weltmeister zu werden. Und Dani ist echt gut drauf, deshalb hoffen wir, dieser Rolle gerecht zu werden. Aber Tests sind Tests und Rennen sind Rennen", erklärte Leitner, mit dem Pedrosa zweimal 250er-Weltmeister wurde, ehe man vergangene Saison gemeinsam in die Königsklasse wechselte.

Unvergessen ist Pedrosas Vorjahres-Crash gegen Hayden, der seinen Honda-Teamkollegen fast die WM gekostet hätte. "So etwas ist fast jedem schon mal passiert. Er stand halt damit in der Auslage, weil es um die WM ging. Aber eigentlich war es ein ganz normaler Rennunfall", nimmt Leitner den Spanier nach wie vor in Schutz. Er ist überzeugt: "Das Reifenreglement wird entscheidender für die WM als die kleineren Motoren." Die Hubraum-Verkleinerung hält er für klug. "Sonst wären wir mit dem Topspeed in einen echt kritischen Bereich gekommen."

In der 250er-Klasse trifft Weltmeister Jorge Lorenzo auf die eine Mischung als alten Rivalen mit Andrea Dovizioso bis Alex de Angelis, aber auch auf einen Haufen junger Aufsteiger wie 125er-Weltmeister Alvaro Bautista, Thomas Lüthi, Julian Simon und Mika Kallio. Der in der 125er-Klasse zweimal knapp gescheiterte Finne, vor allem aber der Japaner Hiroshi Aoyama, sollen für Österreichs Edelschmiede KTM die Viertelliter-WM gewinnen.

Neuer Champion in kleinster Klasse
In der kleinsten Klasse gibt es nach dem Exodus vieler Stars sicher einen neuen Champion. Hector Faubel, Mattia Pasini, Sergio Gadea und Gabor Talmacsi führen die Aprilia-Garde an, KTM hält diesmal mit dem Japaner Tomoyoshi Koyama dagegen. Die beiden Youngsters Randy Krummenacher (SUI) und Steve Bonsey (USA) bekommen jenes Lernjahr, das Michael Ranseder im Vorjahr nicht genutzt hat. Der Oberösterreicher fährt deshalb heuer für das finnische AJO-Team. (apa/red)