Vor allem im Kfz- und Haushaltsbereich: Versicherungsbetrug kostet 500 Mio. Euro!

Vor allem "kleinere" Betrügereien boomen stark

Eine leichte Zunahme bei Fällen von Versicherungsbetrug in Österreich stellt die Generali Versicherung fest. "Tendenziell wird es mehr, es ist aber nicht so, dass das Betrugsausmaß explodiert", sagte Erik Eybl, Leiter der Generali- Schadensabteilung. Eybl schätzt das Schadensvolumen für die Versicherungswirtschaft auf bis zu 500 Millionen Euro im Jahr.

Auch Jürgen Frömbgen von der Grazer Wechselseitigen Versicherung betonte, dass der Versicherungsbetrug auf dem Vormarsch ist. Man verzeichne eine Zunahme von "auffälligen Schadenmustern".

Vor allem "kleinere" Betrügereien boomen stark
"Vor allem im Bereich Kfz- und Haushaltsversicherungen stellen wir eine Zunahme von kleineren Betrügereien fest. Dagegen bleibt die Anzahl der großen Fälle, die mit hoher krimineller Energie durchgeführt werden, gleich", berichtete Eybl. Bei der Generali würden jedoch weniger als ein Prozent der Schadensfälle angezeigt, so der Experte, der diese Zahl auch für die gesamte Versicherungswirtschaft für relevant hält. Die Dunkelziffer dürfte jedoch bis zu zehn Prozent der Schadensfälle betragen.

"Viele der kleinen Fälle liegen im Graubereich und verlaufen häufig nach dem Motto 'Probieren wird man es ja noch dürfen'. Je nach Ausmaß erstatten wir dann gar keine Anzeige, sondern lehnen einfach die Forderungen des Versicherten ab", erzählte Eybl von der gängigen Praxis bei der Generali.

Anders sieht es bei fingierten Unfällen oder Diebstählen aus. Hier erfolge eine Anzeige, die Betrüger müssten in der Regel mit empfindlichen Geldstrafen rechnen.

Prinzipiell gebe es eine Faustregel im Versicherungswesen, so Eybl: "In wirtschaftlich strengeren Zeiten wird eher versucht, zu betrügen." (APA)