Vor allem in City & Spittelberg: Markamt ermittelt gegen Wiener "Sonntags-Sünder"

Mehr als 30 Beanstanungen wegen offener Geschäfte <br>MITSTIMMEN: Wollen Sie auch sonntags shoppen?

Nicht nur der Wiener Handel, sondern auch das Marktamt (MA 59) zieht nach dem langen Einkaufswochenende Bilanz - und zwar in Sachen unerlaubter Sonntagsöffnung. Denn in der Bundeshauptstadt haben zahlreiche Geschäfte das Aufsperr-Verbot ignoriert. Laut Marktamts-Chefin Adelheid Sagmeister wurden mehr als 30 Beanstandungen vorgenommen. Betroffen waren vor allem Handelsbetriebe in der City sowie am Spittelberg.

Vor allem in City & Spittelberg: Markamt ermittelt gegen Wiener "Sonntags-Sünder"

Am idyllischen Spittelberg im Bezirk Neubau gab es auch die höchste Zahl an ertappten Sonntags-"Sündern": 20 Geschäfte wurden überprüft bzw. angezeigt, berichtete Sagmeister im Gespräch mit der APA. Die Betriebe liegen meist direkt am dortigen Weihnachtsmarkt, gehören aber rein rechtlich nicht dazu. "Das sind normale Handelsgeschäfte", so Sagmeister.

Wobei der Verstoß gegen die geltenden Ladenöffnungs-Gesetze oft nicht das einzige "Delikt" bleibt. "Darunter sind welche, die auch noch Punsch ausschenken. Das dürfen sie auch nicht", betonte die Marktamts-Chefin.

Im erste Bezirk wurden zwölf Geschäfte beim Offenhalten am Sonntag ertappt. "Nicht so interessant" ist laut Sagmeister hingegen der ihr vorliegende Bericht von den Kontrollen bei Ikea-Nord in Wien-Donaustadt. Dort sei - wie von Ikea auch angekündigt - nur das Restaurant offen gewesen. Die Verkaufsflächen des Möbelhauses waren tatsächlich nicht zugänglich.

Die Entscheidung, wie die Strafen für die unerlaubte Sonntagsöffnung ausfallen, trifft nicht das Marktamt. Zuständig sind dafür die betreffenden Bezirksämter. Die Höchststrafe beträgt laut Sagmeister im Wiederholungsfall 1.090 Euro.

GPA: Handelsangestellte in der Wiener City dagegen
Die Handelsangestellten in der Wiener Innenstadt lehnen das Offenhalten der Geschäfte am Sonntag ab. Dies ergab eine Blitzumfrage der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) im ersten Bezirk.

Im Anschluss an einer Kundgebung für "Sonntag frei" wurden bei den Handelsangestellten in der Wiener Innenstadt Stimmzetteln mit der Frage "wollen Sie am Sonntag arbeiten?" verteilt. Innerhalb von einer Stunde, kamen 3.267 Stimmzetteln wieder zurück, davon sprachen sich 3.060 Angestellte oder 93,66 Prozent gegen Arbeit am Sonntag aus. Die GPA fühle sich durch dieses Ergebnis in ihrer klaren Haltung gegen die Öffnung der Geschäfte am Sonntag bestätigt, hieß es dazu aus der Gewerkschaft.

(apa/red)