Vor Beginn der Eishockey-Saison 2006/07: Vienna Capitals setzten sich Finale zum Ziel

Für Coach Boni Salzburg vor Meister Villach Favorit Auch Black Wings Linz wollen nach Sternen greifen

In der Saison 2004/05 holten die Vienna Capitals erstmals nach 43 Jahren den österreichischen Eishockey-Meistertitel wieder nach Wien. Nach dem Halbfinal-Aus in der Vorsaison wollen die Capitals in der am Donnerstag beginnenden Meisterschaft der Erste Bank Eishockey Liga mit einer größeren Tiefe im Kader wieder ganz nach oben. "Jeder Trainer sagt, ich will Meister werden. Ob es realistisch ist, wird man sehen. In zwei, drei Monaten werden wir besser sehen", meinte Jim Boni. Der Trainer und Klub-Präsident Hans Schmid sind sich aber einig: Das Finale sollte es schon werden.

Die Caps haben aus der Vorsaison, als die Kaderdecke phasenweise zu dünn wurde, Schlüsse gezogen und das Team verstärkt. 14 neue Spieler und ein größerer Kader sollen Boni die nötige Tiefe geben und das Publikum wieder in Massen in die Albert Schultz-Halle locken. "Die Vorsaison war durchwachsen, dennoch haben wir es geschafft, unser Saisonziel Semifinale zu erreichen. Wir haben gelernt, dass das Publikum in Wien Erfolge braucht und dass man etwas Geld investieren muss", erklärte Schmid.

Mit Scott Fankhouser (bisher Graz) wurde ein Einser-Torhüter verpflichtet, Heimkehrer Robert Lukas und Jeff MacMillan sollen der Abwehr mehr Rückhalt geben, die Teamspieler Sean Selmser und David Schuller sowie Marc Tropper und Gavin Morgan den Angriff verstärken. "Wir haben eine starke uns ausgewogene Mannschaft, das Ziel ist das Finale", legt Schmid die Latte hoch.

Damit kann sich Boni in seinem vierten Jahr bei den Caps abfinden, auch wenn er eine "sehr ausgeglichene, spannende" Liga erwartet. "Das ist die beste Liga aller Zeiten in Österreich. Zumindest, seitdem ich hier bin", sagt Boni, der seine Mannschaft "sehr gut verstärkt" sieht. Top-Kandidat auf den Titel ist für den Caps-Coach und Teamchef dennoch Vorjahresfinalist Red Bull Salzburg, gefolgt von Titelverteidiger Villach. "Vom Potenzial her ist keine Mannschaft so wie Salzburg. Aber der VSV hat gezeigt, dass man mit hartem Kampf den Großen schlagen kann. Nach Salzburg kommt der VSV, dann sind alle ziemlich gleich. Innsbruck und Jesenice sind vielleicht etwas weiter hinten", so Boni.

Auch Linz wieder mit höheren Zielen
Nach zwei Jahren Playoff-Absenz wollen auch die Verantwortlichen des EHC Liwest Black Wings Linz wieder nach den Sternen greifen. Schon das Auftakt-Spiel der im Vergleich zum Vorjahr stark veränderten Oberösterreicher birgt einige Brisanz, geht es am Freitag (19:15 Uhr) in der Linzer Eishalle doch gegen die Graz 99ers, Ex-Klub des neuen Black Wings-Trainers Bill Stewart.

Der 48-jährige Kanadier, der bei der Gestaltung des Kaders - elf Abgängen im Sommer stehen zehn Neuerwerbungen gegenüber - ein entscheidendes Wort mitreden konnte, strebt als Minimalziel den Einzug ins Semifinale an. "Um eine Meisterschaft zu gewinnen, muss das Team zu einer Einheit werden. Wir haben 250 Tage Zeit", erklärte Stewart am Montagvormittag bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz und prophezeite seiner Truppe: "Große Worte vor dem Saisonstart kosten nicht viel, aber Erfolg kostet Schmerzen." (apa/red)