Vor 15 Jahren wurde Ötzi entdeckt: Letztes Rätsel um Mumie soll gelöst worden sein

Computertomographie: Eismann starb an Pfeilwunde Pfeilspitze durchschlug das linke Schulterblatt

15 Jahre nach seiner Entdeckung in den Ötztaler Alpen könnte das Rätsel um die Todesursache des berühmten Ötzi einem Magazinbericht zufolge gelöst sein. Der Mann aus dem Eis sei innerhalb weniger Minuten an den Folgen eines Pfeils in seiner Schulter verblutet, fand ein Team um den Bozener Pathologen Eduard Egarter-Vigl heraus, wie das Wissenschafts-Magazin "National Geographic Deutschland" vorab aus ihrer Oktober-Ausgabe berichtete.

Vor einigen Jahren sei ein Feuersteinpfeil in Ötzis linker Schulter nachgewiesen worden. Bisher sei aber unklar gewesen, ob dieser dem Gletschermann den Tod brachte. Zudem lag im Ungewissen wie viel Zeit zwischen dem Angriff und dem Tod von Ötzi vergangen sei.

"Die Pfeilspitze durchschlug das linke Schulterblatt und traf die Hauptschlagader, die den Arm versorgt", wurde Egarter-Vigl zitiert. "Jemand mit so einer Verletzung geht keinen Schritt mehr. Er verblutet innerhalb weniger Minuten", sagte der Pathologe und Konservierungsbeauftragte der Gletscherleiche.

Die genaue Todesursache hätten die Wissenschaftler nun mit Hilfe einer Mehrschichtcomputertomographie nachweisen können. Die Technik ermögliche die Darstellung der untersuchten Körperregionen in 0,75 Millimeter dünnen Schichten. Damit sei diese Untersuchung präziser als eine Autopsie.

Innsbrucker Urgeschichtler hatten bereits vor rund einem Jahr die These aufgestellt, dass die Pfeilwunde des Steinzeitjägers "Ötzi" tödlich gewesen sei. Univ. Prof. Walter Leitner, der Tiroler Ötzi-Forscher und Leiter des Instituts für Ur- und Frühgeschichte, hatte damals vermutet, dass der Gletschermann in einem dramatischen Kampf nahe dem Fundort getötet worden sei.

Ötzi war vor knapp 15 Jahren - am 19. September 1991 - von einem deutsche Bergsteiger im Südtiroler Teil der Ötztaler Alpen entdeckt worden. Das Alter der Gletscherleiche wird mit über 5.000 Jahren angegeben.

(apa/red)