Vor 10 Jahren um 75 Mio. € gekauft: Bundesheer will "Jaguar"-Panzer loswerden

Gebrauchte Jagdpanzer hatten "nur geringen Nutzen" Auch Fliegerabwehrkanone & Granatwerfer zu haben

Das Verteidigungsministerium hat jede Menge Altgerät zum Verkauf ausgeschrieben. Darunter auch die umstrittenen "Jaguar"-Panzer, die nach nur zehn Jahren beim österreichischen Bundesheer "nur geringen Nutzen erbracht" haben, wie es der Rechnungshof (RH) in einem Bericht im März formulierte. Kaufinteressenten können sich bis 7. Juli 2006 beim Verteidigungsministerium melden.

Angeschafft wurden die "Jaguar"-Panzer 1996 als Teil des 500 Millionen Euro schweren "Mech"-Pakets vom damaligen Verteidigungsminister Werner Fasslabend. Die 90 gebrauchten Jagdpanzer aus deutschen Beständen kosteten damals rund 75 Mio. Euro und waren als Unterstützung für die "Kürassier" bei Panzerabwehraufgaben gedacht. Nach einem brisanten Rechnungshofbericht im März dieses Jahres, der dem Bundesheer und dem Verteidigungsministerium für diese Beschaffung ein vernichtendes Zeugnis ausstellte, werden sie nun wieder verkauft.

"Nur geringen Nutzen erbracht"
Laut dem RH hat das Waffensystem in diesen zehn Jahren "nur geringen Nutzen erbracht". Weder sei es dem Verteidigungsministerium gelungen, die Panzer im vorgesehenen Umfang für die Truppe bereitzustellen, noch die geplante Einsatzfähigkeit bei Dunkelheit und schlechter Sicht herzustellen, hieß es dazu. Darüber hinaus kritisierte der RH, dass ein Verlust von 40,3 Mio. Euro "allein für die Munition" entstanden sei.

Wie viel ihre Veräußerung einbringen wird, bleibt abzuwarten. Interessenten können jedenfalls auch entsprechendes Waffengerät erwerben. Das Heer verkauft neben den Panzern auch die "Fliegerabwehrkanone (FIAK) mit Zubehör, Ersatzteile und diverse Munition", eine "rückstoßfreie Panzerabwehrkanone" ebenfalls mit "Zubehör und diverse Munition" sowie die "Panzerkanone CENTURION", Granatwerfer und Infrarotferngläser. (APA)