"Voodoo-Pärchen" auf den Leim gegangen: 50 Personen durch Duo aus OÖ geschädigt!

Ergaunerten mit "Opfer- und Blutritualen" 500.000 € Verteidigung bei Prozessbeginn: Opfer "selbst schuld"

Nach der "Voodoo-Affäre" um ein Magier-Pärchen in Oberösterreich hat die Schöffenverhandlung im Landesgericht Ried im Innkreis begonnen. Der 61-jährige Beschuldigte bekannte sich nicht schuldig im Sinne der Anklage. Ihm und seiner mitangeklagten 51-jährigen Ex-Frau wird vorgeworfen, in 33 Fällen einen Gesamtschaden von rund 500.000 Euro angerichtet zu haben. In Summe sollen etwa 50 Personen geschädigt worden sein. Der Prozess ist vorerst auf drei Tage anberaumt.

Die Angeklagten müssen sich wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs verantworten, ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Sie sollen zwischen Jänner 2002 und Juli 2006 ihren Opfern vorgegaukelt haben, sie könnten mit Zauberei u.a. bei unheilbaren Krankheiten, unerfüllten Partner- oder Kinderwünschen sowie finanziellen Nöten helfen. Der Beschuldigten wird außerdem vorgeworfen, Darlehen angenommen, aber nicht getilgt und Mobiltelefone nicht bezahlt zu haben.

Am ersten Verhandlungstag sagten mehrere Geschädigte aus, unter ihnen eine Frau, die an Depressionen litt, und ein Mann, der seine Angebetete zur Heirat überreden wollte. Eine Zeugin berichtete, dass sie wegen Beziehungsproblemen eine Sitzung um 1.000 Euro in Anspruch genommen habe. Da ihr der Preis zu hoch gewesen sei, habe sie sich entschlossen, den 61-Jährigen nicht mehr aufzusuchen. Alle Opfer betonten, dass ihnen Besserung für ihre Probleme versprochen worden sei. Zudem erklärten mehrere von ihnen genauso wie der Beschuldigte, dass sich ausschließlich die 51-jährige Angeklagte um die Finanzen gekümmert habe.

Diese stellte sich aber selbst als Opfer hin und sagte, dass sie nie Geld besessen und immer nur im Auftrag ihres damaligen Mannes gehandelt habe. Der 61-Jährige wiederum sagte, dass es zwar Sitzungen gegeben habe. Dabei habe er aber lediglich ausprobieren wollen, ob die Kristalle, an deren Wirkung er glaube, auch funktionieren würden. Daher habe er den Geschädigten die Treffen angeboten und diese mit entsprechender Dekoration ausgeschmückt. Die Opfer seien "selbst schuld", argumentierte die Verteidigung.

(apa)