Vonlanthen bleibt trotz Auftaktniederlage optimistisch: "Wir glauben noch daran"

Lattenschuss in der 80. Minute besonders ärgerlich Alexander Frei fällt für den Rest des Turnieres aus

Vonlanthen bleibt trotz Auftaktniederlage optimistisch: "Wir glauben noch daran" © Bild: Reuters/Balibouse

Zentimeter haben gefehlt, um Johan Vonlanthen zu einem Schweizer Nationalhelden zu machen. Der Offensivspieler von Red Bull Salzburg hatte im Eröffnungsspiel den Ausgleich auf dem Fuß gehabt, traf in der 80. Minute frei stehend allerdings nur die Latte. Unmittelbar davor war den Schweizern nach Handspiel von Tschechien-Kapitän Tomas Ujfalusi ein Elfmeter vorenthalten worden.

"Ich habe mit dem Elfmeter gerechnet", erklärte Vonlanthen. "Die Situation war für mich eigentlich klar. Daher habe ich kurz zum Referee geschaut und plötzlich war der Ball da." Die entscheidenden Zehntelsekunden waren vergangen, nachdem Tschechiens Stargoalie Petr Cech einen Schuss von Tranquillo Barnetta nur kurz abgewehrt hatte. "Ich habe keine Zeit mehr gehabt. Ich habe den Ball so nehmen müssen, wie er gekommen ist", sagte Vonlanthen.

Der eingewechselte 22-Jährige versuchte seine Enttäuschung mit den positiven Aspekten des Auftaktspiels zu kaschieren. "Ich habe eine große Chance vertan, aber wir haben ein gutes Match gemacht", betonte Vonlanthen. Tatsächlich hatten die Schweizer die Tschechen über weite Strecken dominiert. Daraus könne man für die ausständigen Gruppenspiele gegen die Türkei und Portugal Hoffnung schöpfen. "Wir glauben noch daran", versicherte Vonlanthen.

Frei zieht sich Teilabriss des Innenbandes zu
Mit Alexander Frei zog sich allerdings der Topscorer der "Nati" einen Teilabriss des Innenbandes zu und fällt für den Rest des Turnieres aus. Für Vonlanthen noch lange kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. "Natürlich ist Alex ein ganz wichtiger Spieler für uns, aber wir dürfen uns nicht nur auf einen Mann konzentrieren. Mit so etwas muss man leider immer rechnen."

Die Alternativen sind allerdings dünn gesät. Neben Marco Streller hat Teamchef Köbi Kuhn als nominellen Stürmer nur noch Eren Derdiyok, den mit 19 Jahren jüngsten EM-Spieler, zur Verfügung. Gegen die Tschechen kam zur Pause Mittelfeld-Routinier Hakan Yakin für Frei. Doch auch Vonlanthen könnte in Zukunft eine stürmerähnliche Rolle bekleiden. "Ich habe früher auch diese Position gespielt - links, rechts, wo auch immer", sagte der Salzburg-Legionär.

Vonlanthen in sehr guter Form
Seine Vielseitigkeit kommt dem gebürtigen Kolumbianer nun zugute. "Der Coach kennt mich. Er weiß, was ich kann. Daher kann er eine gute Entscheidung treffen", erklärte Vonlanthen. "Ich muss jederzeit bereit sein." Der Offensivspieler hatte sich zuletzt trotz fehlender Spielpraxis - in Salzburg hatte er unter Giovanni Trapattoni nicht zur Stammformation gezählt - in sehr guter Form präsentiert und im finalen Test gegen Liechtenstein sein sechstes Teamtor erzielt.

Das Vertrauen von Kuhn hätte er umso lieber auch mit einem Treffer bei der EURO belohnt. Ein solcher war ihm bereits vor vier Jahren gelungen, als er in Portugal gegen Frankreich (1:3) zum jüngsten EM-Torschützen der Geschichte avanciert war. Ein Treffer zum Auftakt der Heim-EM wäre aber vermutlich der wichtigste seiner Karriere gewesen. Am Ende fehlten nur wenige Zentimeter. "Alles ist ein bisschen komisch gelaufen. Das Glück ist nicht mit uns gewesen", sagte Vonlanthen.

(apa/red)

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