Von blühenden Veilchen zum Unkraut: Austria verwelkt weiter im Tabellenkeller

Schinkels angefressen: "Ich bin kein Sesselkleber" Verliert nach Rapid auch die Austria ihren Trainer?

Von blühenden Veilchen zum Unkraut: Austria verwelkt weiter im Tabellenkeller

Am Tag des Rauswurfs von Rapid-Coach Georg Zellhofer wurde auch die Krise beim Stadtrivalen Austria prolongiert. Trotz sichtbarer Leistungssteigerung kam der Double-Gewinner zu Hause gegen Ried nur zu einem 1:1 und sitzt weiter im Tabellenkeller (Platz 9, 12 Punkte hinter Leader Salzburg) fest. Trainer Frenkie Schinkels denkt aber nicht ans Aufgeben, ihn wurmt vor allem die eklatante Abschlussschwäche (vier Treffer in neun Pflichtspielen).

Schinkels ("Ich bin angefressen") leidet mit der violetten Fangemeinde mit. "Ich geniere mich, dass wir auf diesem Tabellenplatz stehen. Das tut auch den Spielern weh, wir tanzen in der Kabine derzeit keine Polonaise." Ein Abgang seiner Person würde nach eigener Einschätzung aber nichts verändern. "Ich bin kein Sesselkleber. Wenn jemand glaubt, ein anderer Trainer kann Tore schießen, dann gehe ich", meinte Schinkels süffisant über die violette Torarmut.

Dennoch zählt Schinkels seine Offensivleute Roman Wallner, Hannes Aigner und Thomas Pichlmann zu den "sechs, sieben besten österreichischen Stürmern". Die Schuldfrage weist Schinkels nicht von sich. "Ich sehe die Situation gelassen, weiß, dass scharf geschossen wird. Ich war teilverantwortlich fürs Double und auch jetzt bin ich teilverantwortlich für die Resultate." Der Meistermacher verwies neuerlich darauf, dass der Verein auf etliche Leistungsträger der vergangenen Saison verzichten muss. "Weniger Qualität bedeutet mehr Arbeit. Aber das Ziel bleibt weiterhin ein Platz zwischen 1 und 4."

Stronach flüchtet wortlos
Sportdirektor Peter Stöger blieb nach dem Schlusspfiff dabei: "Für mich stellt sich die Trainerfrage nicht. Aber wir werden uns diese Woche alle zusammensetzen. Man hat gesehen, dass die Mannschaft umgesetzt hat, was wir verlangen: Einsatz und Bereitschaft. Leider hat das Glück gefehlt." Auch der im Abschluss neuerlich glücklose Wallner haderte. "Im Großen und Ganzen haben wir gut gespielt und hatten etliche Chancen. Bezeichnend für unsere aktuelle Situation ist, dass wir dann auch noch Pech haben. In so einer Situation werden Fehler erst recht bestraft."

Klubmäzen Frank Stronach kletterte nach dem enttäuschenden Resultat wortlos in seinen Mercedes und rauschte mit Magna-Statthalter Ernst Neumann ab. Nun soll es zwischen den Magna-Vertretern Neumann und Wolfgang Rebernig sowie dem Austria-Duo Markus Kraetschmer (Manager) und Peter Langer (Präsident) zu einem Gespräch über die Auflösungsmodalitäten des Betriebsführungsvertrages per 30. Juni 2007 kommen. Auch die sportliche Krise wird bei Stronach und Co. in den nächsten Tagen natürlich ein Thema sein.

(apa/red)