Von Staub zu Staub! Menschheit besteht
zu über 90 Prozent aus Sternenasche

Unsere Ursprünge liegen in den "Roten Riesen" Astronomie-Kongress in Wien erkundet Thema

Menschen bestehen zu rund 91 Prozent aus Sternenasche. Das heißt, dass der Großteil der Atome und Moleküle des Körpers einst in Sternen entstand und davon ein großer Teil in so genannten Roten Riesen. Kein Wunder also, dass sich Sternenforscher der verschiedenen Disziplinen zu einem eigenen Kongress über Rote Riesen und ähnliche Sterne in Wien treffen.

Kurz nach dem Urknall war das Universum aus Sicht eines Chemikers eine eher langweilige Angelegenheit. Es bestand nämlich nur aus Wasserstoff, Helium und ein wenig Lithium, erklärte Franz Kerschbaum, Professor am Institut für Astronomie der Universität Wien gegenüber der APA. Erst als sich im langsam erkaltenden Universum erste Sterne formten und deren Kernfusionsofen zündete, entstanden innerhalb der Sterne schwerere Elemente wie Kohlenstoff oder Metalle.

Tatsächlich können Wissenschafter heute das vergleichsweise eintönige ganz frühe Universum nicht nur theoretisch verstehen. Durch Teleskop-Messungen lässt sich die Theorie auch nachvollziehen. So ist ein Blick durch ein Fernrohr immer ein Blick in die Vergangenheit. Betrachtet man einen Himmelskörper, der ein Lichtjahr entfernt ist, war das Licht zuvor ein Jahr unterwegs. Schaut man bis zu den Grenzen des sichtbaren Universums, blickt man immer weiter in der Zeit zurück. Dabei haben spektroskopische Messungen tatsächlich gezeigt, dass in extremen Fernen, also in der frühen Zeit des Universums, die Dichte der schwereren Elemente abnimmt.

Vor allem im letztem Stadium ihres Daseins werden Sterne zu wahren Materie-Schleudern. Sterne etwa von der Größe unserer Sonne entwickeln sich dabei zu so genannten Roten Riesen. Sie blähen sich gewaltig aus, ehe sie einen guten Teil ihrer Materie als Staub und Gas ins Weltall blasen. Die Sonne wird etwa die Hälfte ihrer Materie dadurch verlieren, der Rest zieht sich zu einem unscheinbaren Weißen Zwerg zusammen.

Während die Sonne als vergleichsweiser kleiner Stern einen sehr langen Lebenszyklus hat, brennen größere Himmelskörper deutlich schneller. So konnten seit der Entstehung des Universums bereits viele Generationen entstehen und vergehen und dabei auch Staub in die Gegend schleudern. Aus einem Teil dieses Staubes hat sich vor über vier Milliarden Jahren auch unsere Erde geformt.

Als Faustregel gilt, je größer ein Stern, desto schneller verbrennt er und desto mehr chemische Elemente können sich in ihm durch die nuklearen Vorgänge bilden. Besonders spektakulär, als so genannte Supernova-Explosionen, enden extrem große Sterne, die ein vielfaches an Masse unserer Sonne haben. In diesen galaktischen Katastrophen entstehen auch die schwersten Elemente, die in der Natur vorkommen. Die Forscher gehen davon aus, dass aber auch ein guter Teil unseres Sauerstoffs aus Supernovae stammt.

(apa/red)