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Von Flüchtling festgehalten: Terrorverdächtiger in Leipzig gefasst

Vorgangsweise und Verhalten des 22-Jährigen sprechen für "IS-Kontext"

Zwei Tage nach dem brisanten Bombenfund in Chemnitz hat die deutsche Polizei den landesweit gesuchten Terrorverdächtigen Jaber A. in Leipzig festgenommen. Eine entscheidende Rolle spielten dabei zwei syrische Flüchtlinge, bei denen der 22-Jährige Unterschlupf finden wollte. Sie alarmierten die Polizei, nachdem sie ihn in ihre Wohnung gebracht hatten. Jaber A. soll nach nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler Kontakte zur Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) gehabt haben. Vorgehensweise und das Verhalten des Verdächtigen sprächen derzeit für einen "IS-Kontext", sagte der Leiter des Landeskriminalamts Sachsen, Jörg Michaelis, am Montag in Dresden.

"Wir sind geschafft, aber überglücklich", schrieb die Polizei Sachsen in der Früh auf Twitter. Die Polizei fasste ihn in einer Wohnung zweier Syrer in Leipzig. Laut "Spiegel" konnten die Beamten den Mann bereits gefesselt festnehmen. Er soll demnach am Leipziger Hauptbahnhof einen Landsmann angesprochen und gefragt haben, ob er bei ihm schlafen könne. Der Syrer lud ihn demnach zu sich ein und informierte die Polizei.

Die nach Terrorakten durch Flüchtlinge massiv unter Druck geratene deutsche Kanzlerin Angela Merkel dankte dem Syrer, "der die Polizei über den Aufenthaltsort des Verdächtigen informiert hat und somit entscheidend zur Festnahme beigetragen hat". Anerkennung für den "mutigen und verantwortungsbewussten syrischen Mitbürger" kam auch vom sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich.

Dagegen sieht sich die bayerische CSU durch den Bombenfund in Chemnitz in ihrer Forderung nach einer lückenlosen Überprüfung aller Flüchtlinge bestätigt. Auch all diejenigen, die bereits im Land seien, müssten "auch unter Beiziehung unserer Nachrichtendienste" überprüft werden, sagte CSU-Chef Horst Seehofer vor einer CSU-Vorstandssitzung in München. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte, bei der Flüchtlingsregistrierung müssten die einzelnen Biografien und die Sicherheitsrelevanz der konkreten Personen genauer bewertet werden.

Der 22-Jährige wurde am Montag zu Mittag dem Haftrichter in Dresden vorgeführt. Gegen seinen mutmaßlichen Komplizen, den am Wochenende gefassten 33-jährigen Mieter seiner Chemnitzer Wohnung, wurde schon zuvor Untersuchungshaft verhängt. Beide sind in Deutschland als syrische Flüchtlinge registriert.

Jaber A. hat nach bisherigen Ermittlungen einen Bombenanschlag vorbereitet. Bei einer Anti-Terror-Razzia hatte die Polizei in Chemnitz mehrere hundert Gramm hochexplosiven Sprengstoff sichergestellt. Der Mann war der Polizei, die einen Warnschuss abgab, am Samstag knapp entkommen.

Der Verdächtige, der sich seit 2015 in Deutschland aufhielt, hatte nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen Kontakte zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Bundesanwaltschaft führt die Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat.

Über mögliche Anschlagsziele wurde nichts bekannt. "Focus"-Informationen, wonach ein deutscher Flughafen angegriffen werden sollte, wurden von den Behörden nicht bestätigt. Ein Sprecher des Innenministeriums in Berlin sagte, durch den Bombenfund in Chemnitz habe sich die Sicherheitslage nicht geändert. Deutschland sei "unverändert im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus".

Das Landeskriminalamt Sachsen wies unterdessen Vorwürfe zurück, bei der Polizeiaktion am Samstag sei eine Panne passiert. In dem noch nicht geräumten Haus habe man zu Recht Sprengstoff vermutet, sagte ein LKA-Sprecher. "In so einer Situation können wir nicht ins Risiko gehen."

Nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR fanden sich in der Chemnitzer Wohnung etwa 500 Gramm bereits gemischter Sprengstoff und etwa ein weiteres Kilo Chemikalien, die zum Bombenbau geeignet sind. Außerdem stellte die Polizei Zünder sicher und Teile, die nach erster Bewertung zur Herstellung von Rohrbomben gedient haben könnten.

Kommentare

Also die EU will jetzt jene Länder bestrafen die angebliche "Flüchtlinge" wie z. B. Jaber al-Bakr nicht aufnehmen wollen, die A. Merkel magisch anzuziehen scheint.
Die Terroristen des Daesh (IS) müssen sich schief lachen über die Länder, die diese Terroristen noch mit Sozialhilfe, Wohnung, Integrationskursen etc.versorgen.

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