Vom Teamchef-Anwärter aufs Abstellgleis:
Jara nach Salzburg-Rauswurf ohne Arbeit

Rechtsstreit mit Mateschitz schaden seiner Reputation EURO: "Wer ÖFB-Viertelfinale fordert, ist ein Fantast"

Vom Teamchef-Anwärter aufs Abstellgleis:
Jara nach Salzburg-Rauswurf ohne Arbeit

Noch vor wenigen Jahren hat Kurt Jara als der gefragteste Fußball-Trainer Österreichs gegolten. Der Tiroler arbeitete erfolgreich in der deutschen Bundesliga, eine Übernahme des ÖFB-Teamchef-Amtes schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Im Moment aber beschränken sich die Betreuer-Aktivitäten des 57-Jährigen auf Auftritte wie beim Bruno-Pezzey-Gedenkturnier in Sölden, wo er offiziell als Coach des "Bruno-Pezzey-Allstar-Teams" fungiert.

Seit seiner Entlassung in Salzburg im Mai 2006 befindet sich Kurt Jara auf Jobsuche. Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hatte dem Ex-Teamspieler damals wegen "Ungereimtheiten bei Spielertransfers" die Tür gewiesen. Jara wies die Vorwürfe zurück, mittlerweile sind mehrere Gerichte mit dieser Causa beschäftigt.

Die Begleiterscheinungen rund um seinen Abgang aus Salzburg haben sich auf Jaras Reputation nicht gerade positiv ausgewirkt, wie auch der Ex-Tirol-Meistermacher zugibt. "Diese ganze Sache beeinträchtigt sicher meine Jobsuche, speziell in Deutschland. In Österreich hat sich das Ganze schon verflüchtigt", ist Jara überzeugt.

Kärnten ein reines Gerücht
Wohl auch deswegen fällt bei jeder Trainer-Rochade in der Alpenrepublik der Name Jara. "Jedes Mal, wenn irgendwo in Österreich etwas los ist, werde ich ins Spiel gebracht. Das ist immerhin eine Ehre und zeigt, dass man mich nicht vergessen hat", erklärte der Innsbrucker. Zuletzt wurde über ein Engagement als Nachfolger von Walter Schachner bei Austria Kärnten spekuliert, was Jara jedoch entschieden dementierte. "Da ist nichts dran, das ist ein reines Gerücht."

Auch als vor knapp zwei Monaten der Teamchef-Sessel von Josef Hickersberger gehörig wankte, wurde Jara als Nachfolge-Kandidat genannt. "Aber von mir ist das nicht ausgegangen. Ich habe nie Öl ins Feuer gegossen, als es schlecht gelaufen ist", betonte der frühere Valencia- und Schalke-Legionär, der 1978 beim 3:2 gegen Deutschland in Cordoba auf der Bank saß.

"Fantasten sprechen von EM-Viertelfinale
Einen neuerlichen Erfolg gegen den Rekord-Europameister hält Jara nicht für ausgeschlossen. "Vielleicht können wir die Deutschen ja wieder heimschicken", erklärte der 57-Jährige, für den die Schützlinge von Joachim Löw nicht zu den EM-Topfavoriten zählen.

Bei allem Optimismus dürfe man aber nicht mit einer unrealistischen Erwartungshaltung in das Turnier gehen, so Jara. "Es werden Kräfte frei werden und die Mannschaft könnte über sich hinauswachsen, aber eine EM-Gruppe ist viel schwieriger als eine WM-Gruppe. Wer von Österreich die Viertelfinal-Teilnahme verlangt, ist ein Fantast", sagte Jara und ergänzte: "Selbst wenn wir keinen Punkt holen, geht der Fußball in Österreich nicht unter." (apa/red)

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