Vom "Stadtneurotiker" bis zu "Whatever works": Eine Woody Allen Retrospektive

Anlässlich Allens 75ers in Breitenseer Lichtspielen Querschnitt der Werke des Regisseurs von 19.5 - 1.7.

Vom "Stadtneurotiker" bis zu "Whatever works": Eine Woody Allen Retrospektive © Bild: Reuters

Während in Cannes gerade die Präsentation von Woody Allens neuem Film "You Will Meet A Tall Dark Stranger" über die Bühne ging, widmen die Breitenseer Lichtspiele in Wien dem US-Regisseur ab 19. Mai eine ausführliche Retrospektive. Zu sehen sind Klassiker wie "Der Stadtneurotiker", "Bananas" oder "Der Schläfer" ebenso wie der jüngste Streifen "Whatever works - Liebe sich wer kann!". Anlass der Filmschau ist der 75. Geburtstag von Allen am 1. Dezember dieses Jahres.

Die Breitenseer Lichtspiele, das älteste Kino Wiens und möglicherweise der Welt, widmen einem der bedeutendsten Regisseure unserer Zeit eine Retrospektive. Allen wurde ganze einundzwanzig Mal für den Oscar nominiert und gewann ihn dreimal (1978 für „Der Stadtneurotiker“ als bester Regisseur und für das beste Drehbuch, 1986 für „Hannah und ihre Schwestern“ ebenfalls für das beste Drehbuch).

Mit 31 Jahren die zweite Frau
Vor fast 75 Jahren wurde Woody Allen als Allen Stewart Konigsberg in Brooklyn als Sohn jüdischer Eltern geboren. Vor seiner ersten Filmproduktion 1965 („Was gibt’s Neues, Pussy?“) schrieb er bereits jahrelang Witze, die er als Stand-Up-Comedian nutzte oder verkaufte und er war bereits auf dem besten Weg mit seinem intellektuellen Stil berühmt zu werden. 1966 heiratete Allen die junge Schauspielerin Louise Lasser (nach Harlene Rosen bereits seine zweite Frau) von der er sich zwar 1971 wieder scheiden ließ, doch sie spielte noch einige größere Rollen in seinen Filmen „Bananas“ und „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“.

Sprach- und Bildwitz
Die Kombination von absurdem Sprach- und Bildwitz zeichneten vor allem seine Filme zwischen 1965 und 1975 aus, so auch in „Der Schläfer“, wo der Erzschurke mit einer riesigen Erdbeere niedergeschlagen wird.

Diane Keaton und Mia Farrow
Charakteristisch für seine frühen Werke ist auch, dass am Set improvisiert wurde. So auch bei „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten …“. Ab Mitte der 70er Jahre trat Allens Muse Diane Keaton in sein Leben und wurde häufige Spielpartnerin und auch Lebensgefährtin. Zu Ende des Jahrzehnts kam Mia Farrow hinzu. Diese Beziehung endete jedoch damit, dass sie von Allen gemachte Nacktfotos der Adoptivtochter Soon-Yi Previn entdeckte, mit der der Filmemacher seit 1997 verheiratet ist und zwei Kinder hat.

Sechs Filme in Retrospektive
Woody Allen zählt wohl zu den fleißigsten Regisseuren unserer Zeit. Er dreht jedes Jahre einen Film, auch mit fast 75 Jahren noch. Auch sein vorletzter Film „Whatever Works“, die romantische Komödie über den genialen Exzentriker Boris Yellnikoff, findet sich in der Retrospektive in den BSL wieder. Außerdem gezeigt werden „Bananas“ (1971), „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten…“ (1972), „Der Schläfer“ (1973), „Der Stadtneurotiker“ (1977) und „Manhattan“ (1979). Die Filmschau läuft bis zur Sommerpause (ab 1. Juli).

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