Vom Loser wieder zum Titel-Mitfavoriten:
Liverpool löst noch CL-Achtelfinalticket

Spanische Presse schwärmt von 'bestialischem Madrid' Deutscher Fußball gleichzeitig erfreut und enttäuscht

Vom Loser wieder zum Titel-Mitfavoriten:
Liverpool löst noch CL-Achtelfinalticket

Zur Halbzeit der Gruppen-Phase in der Champions League hat der FC Liverpool nur ein Pünktchen auf dem Konto gehabt, war Tabellenletzter und schon als Kandidat für den Wechsel in den UEFA-Cup abgestempelt worden. Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und das tun jetzt die "Reds". Der englische Rekordmeister siegte in Marseille 4:0, erzielte damit in drei Partien 16 Tore, stieg im Pool A als Zweiter ins Achtelfinale auf und kehrte in den Kreis der Co-Favoriten zurück.

Absehen davon, dass Gerrard, Torres und Co. für ein Happy End in Rot sorgten, haben sie ihrem spanischen Trainer Rafael Benitez wohl auch den Job gerettet. Die Fans und die Medien fielen indes von einem ins andere Extrem. Manche träumen schon wieder vom Titel des Finalisten 2007 und Gewinners von 2005. "Benitez haucht brillanten Liverpoolern neues Leben ein - an einem magischen Abend wie diesem träumt man, die Trophäe abermals in die Höhe zu stemmen", schrieb der "Daily Telegraph" euphorisch.

"Ich bin stolz auf mein Team. Das perfekte Teamwork brachte den Erfolg. Das sind gute Zeiten für uns. Es ist überhaupt kein Problem, gegen wen wir nun spielen müssen", sagte Benitez mit Blick auf das Achtelfinale, dessen Auslosung am 21. Dezember in Nyon vorgenommen wird und dessen Partien am 19./20. bzw. 4./5. März ausgetragen werden. Mit den Liverpoolern stieg aus Gruppe A der FC Porto nach dem 2:0 daheim gegen Besiktas Istanbul auf. Die Türken schieden aus, OM wechselt als Tabellendritter in den UEFA-Cup, dessen Paarungen für die Runde der letzten 32 ebenfalls am 21. Dezember ausgelost werden.

"Real überrollt Lazio"
In der Heimat von Benitez war nicht die Rettung des Trainers, sondern der souveräne Auftritt des Weißen Balletts in aller Fußball-Munde. Der 30-fache spanische Meister qualifizierte sich nach dem 3:1 zu Hause gegen Lazio Rom erstmals seit vier Jahren wieder als Gruppen-Erster (C) für die nächste Runde. Was die Presse im Lande zu Jubelarien animierte. "Ein bestialisches Madrid! Der zehnte Europacup rückt näher", schrieb das dem Verein nahestehende Blatt "Marca". Sogar die renommierte Zeitung "El Pais" schwärmte: "Real hat Lazio geradezu überrollt!"

Vor allem in der ersten Hälfte verzückten die Mannen von Trainer Bernd Schuster die 80.000 Zuschauer im Bernabeu. "Seit langem war ich nicht mehr so relaxed. Wer unser nächster Gegner wird, ist mir egal", meinte der Deutsche. Hingegen tönte Real-Kapitän Raul: "Ich Achtelfinale will ich jetzt einen namhaften Gegner." Mediale Prügel gab es hingegen für den FC Valencia, der trotz des 0:0 an der Stamford Bridge gegen FC Chelsea als Letzter ausschied. "Die Koeman-Elf hätte eine haushohe Niederlage verdient, Tormann Canizares verhinderte, dass sich die Gäste lächerlich machten", war in "As" zu lesen.

Schalke erstmals im Achtelfinale
Im Lager der Deutschen lagen Freude und Enttäuschung an diesem Abend auch ganz eng beisammen. Während Schalke durch das 3:1 im Gruppen-B-Finale gegen Rosenborg Trondheim erstmals ins Achtelfinale einzog, ging Werder in Piräus 0:3 baden und muss sich als Dritter der Gruppe C mit dem Wechsel in den UEFA-Cup trösten. Auf Schalke schlug die miese Stimmung nach der Suspendierung der Disco-"Sünder" Krstajic, Rakitic und Jones, die sich bei ihren Kameraden vor dem Spiel entschuldigt hatten, letztlich in eine ausgelassene Party-Time in strahlendem Königsblau über. Auf wen S04 in seinem 100. Europacup-Spiel im Frühjahr treffen wird, ist Manager Andreas Müller noch egal: "Es gibt nur noch attraktive Mannschaften."

Von diesen gibt es auch im "Verlierer-Cup" für Werder, der in der Bundesliga Titelkandidat ist, in Europa aber für zu leicht befunden wurde, eine Auswahl. "Olympiakos war einfach cleverer", meinte Mittelfeldspieler Tim Borowski. Nach dem Untergang am Balkan hat man für den UEFA-Cup, in dem zuletzt im Halbfinale Endstation war, das Finale in Manchester als neues Ziel ausgegeben. Um das rund 4 Mio. teure CL-Aus finanziell zu kompensieren, müsste der Arbeitgeber von ÖFB-Teamspieler Martin Harnik noch drei Runden überstehen. (apa/red)

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