Vom Konfektmacher bis zum Glasbläser:
Die ausgefallenen Lehrberufe mit Zukunft

NEWS: Unewöhnliche Berufe bietet neue Perspektiven Großteil der Lehrlinge wählen konventionellen Stelle

Vom Konfektmacher bis zum Glasbläser:
Die ausgefallenen Lehrberufe mit Zukunft © Bild: NEWS/Joensson

Immer mehr Lehrlinge. Der Großteil der Jugendlichen zeigt sich in der Lehrstellenwahl nämlich eher konventionell: Über 70 Prozent der weiblichen Schulabgänger arbeiten in nur zehn verschiedenen Lehrberufen. Und bei den Burschen stehen ganz klischeehaft Kfz-Mechaniker und Elektroinstallateur im Ausbildungsranking ganz oben. Insgesamt treten 43,2 Prozent von Österreichs Jugendlichen nach der Pflichtschule eine Lehre an. Ende August gab es exakt 123.867 Lehrlinge, um 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Doch der Stellenmarkt macht es den Job-Newcomern nicht leicht: Im August suchten 8.576 Jugendliche eine Lehrstelle - bei nur 4.988 freien Jobs. Deshalb ist Kreativität gefragt: Jedes Jahr werden neue, zukunftsträchtige Lehrberufe - vom Werkstofftechniker über Fitnessbetreuerin bis zum Brunnenbauer - geschaffen. Und auch in "alten" Handwerken bieten sich jungen Talenten neue Karrierechancen.

Süße Berufsaussichten
Christina Stockklauser fand ihre Traumberufung etwa in der Herstellung von Pralinen. Als einer von nur vier österreichischen Lehrlingen zum Bonbon- und Konfektmacher wird sie derzeit in der Salzburger Confiserie Berger im Herstellen von süßen Verführungen unterrichtet. "Mit Schokolade kann ich mich kreativ austoben", schwärmt die 15-Jährige mit großen Karrierechancen: Ihre Vorgängerin, die 2005 die spezialisierte Pralinenlehre abgeschlossen hat, war die erste Bonbon- und Konfektmacherin seit 50 Jahren. Dabei ist das österreichische Know-how international gefragt: Mittlerweile arbeitet Stockklausers Berufskollegin in einer Confiserie im Schoko-Land Belgien.

Werkbank statt Schulbank
Weltweit beliebt sind auch die handgefertigten Maßschuhe des Wiener Traditionsbetriebs Scheer, wo Zeno Marnul gerade zum Schuhmacher ausgebildet wird. Anstelle der Schulbank drückt er lieber die Werkbank und eignet sich so (Kunst-)Handwerk in Perfektion an. Die Gesellenprüfung legt der 22-Jährige individuell bei der Innung ab.

Nur 18 Jugendliche in Österreich haben sich im Vorjahr für das anspruchsvolle Handwerk entschieden. "Schade", findet Marnul, "denn der Beruf bietet die ideale Verbindung von Handwerk und Ästhetik." Sein Ausbildner Markus Scheer legt großen Wert auf Nachwuchsförderung und stellt die Einsteiger gleich als Fachkräfte an. Denn: "Ohne gute Ausbildung stirbt jedes Handwerk aus."

Den gesamten Artikel lesen Sie im aktuellen NEWS 39/2008