Volle Garantie bei allen Spareinlagen:
Molterer stellt Ende der Limits in Aussicht

Nach Deutschland auch Österreichs Sparer sicher? AK zufrieden: Aufsplittung von Guthaben kostspielig

Volle Garantie bei allen Spareinlagen:
Molterer stellt Ende der Limits in Aussicht

Noch-Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer schließt auch für Österreich eine volle Garantie der Sparguthaben nicht mehr aus: "Österreich ist, wie ich angekündigt habe, bereit, entweder das Limit anzuheben oder aufzuheben, je nachdem was die Diskussion heute oder morgen ergibt", sagte Molterer bei seiner Ankunft zu den Beratungen der Finanzminister der Eurozone in Luxemburg.

Bisher sind Bankeinlagen in Österreich bis zu einem Limit von 20.000 Euro gesichert. Der Vorstoß von Deutschland, alle Spareinlagen in voller Höhe zu garantieren, bringt Molterer aber in Zugzwang. Er forderte "eine offene Diskussion über die Einlagensicherung" und koordiniertes europäisches Vorgehen. Es könne zwar in der Folge ein nationales Vorgehen bedeuten, "aber von einander zu wissen und aufeinander abgestimmt zu sein, ist essenziell", sagte der Vizekanzler.

AK begrüßt Anhebung
Die angekündigte Erhöhung der Einlagensicherung in Österreich wird von der Arbeiterkammer (AK) begrüßt. Mit einer höheren Sicherung seien die Bankkunden nicht mehr gezwungen ihr Vermögen zu splitten und können so Kosten vermeiden, erklärte AK-Experte Christian Prantner.

In den vergangenen Tagen haben manche Kunden ihr Geld auf verschiedene Sparbücher aufgeteilt, um es in Sicherheit zu wissen. Der Transfer könnte in vielen Fällen auch mit Kosten - Stichwort Schließungsgebühr - verbunden gewesen sein, sagte Prantner. Neben der Schließungsgebühr seien die Kunden bei einem Transfer auch mit geringen Zinssätzen konfrontiert, da der Grundsatz: "Je höher die Einlage, desto höher die Zinsen" nicht zur Anwendung gekommen ist, sagte Prantner.
(apa/red)