Leben von

Sound of Hollywood

Robert Meyer inszenierte "Der Kongress tanzt" in der Volksoper

Leben - Sound of Hollywood © Bild: Barbara Pálffy / Volksoper

Robert Meyer und Christian Kolonovits haben nach dem Film-Klassiker "Der Kongress tanzt" von Erik Charell eine Operette mit Musik von Werner Richard Heymann geschaffen. Die Umsetzung reicht jedoch nicht an die Aura des Originals. Aus dem Ensemble beeindruckt vor allem Robert Meyer, der auch inszeniert hat, in der Rolle des Metternich.

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Vergleiche mit Erik Charells nämlichem Film aus dem Jahr 1931 entbehren jeder Fairness. Durch Lilian Harvey als Handschuhmacherin, Willy Fritsch als Zar Alexander von Russland und Conrad Veidt als Metternich wurde "Der Kongress tanzt" zum Kinoereignis mit über die Jahrzehnte währender Nachhaltigkeit. In der Volksoper erinnert man an das große Vorbild mit einer zur Ouvertüre auf eine Kinoleinwand projizierten Schellack. Nur drei Musiknummern hat der Werner Richard Heymann für "Der Kongress tanzt" geschrieben. Dennoch genügte das der Volksoper, den Film als Operette umzusetzen. Man reicherte das Werk mit anderen Liedern des deutschen Komponisten an. Und davon hat jede die Qualität dessen, was man einst Gassenhauer zu nennen pflegt. "Hoppla, jetzt komm’ ich", das der Zar anstimmt oder Metternichs "Heut gefall ich mir".

© Barbara Pálffy / Volksoper

Heymann, der vor den Nationalsozialisten vertrieben wurde, emigrierte Ende der Dreißigerjahre in die USA und brachte es sogar zu mehreren Oscar-Nominierungen.

Sound of Hollywood

Christian Kolonovits setzt Heymanns Musik ehrenvoll um. Trocken, ohne auf Effekte zu zielen führt er das Orchester der Wiener Volksoper durch die Werke, erzeugt einen farbenreichen Sound und legt damit etwas von einem musikalischen Flair aus der Traumfabrik über das Bühnengeschehen.

Robert Meyer zerlegt das Werk, das von den Geschehnissen beim Wiener Kongress, der von September 1814 bis Juni 1915 währte, in kurze Szenen, die auf einer Drehbühne abgespielt werden. Dabei ist das Ensemble vor allem schauspielerisch gefordert. Anita Götz als Handschuhmacherin Christel und Boris Eder in der Doppelrolle des russischen Zaren Alexander und dessen Double Uralsky sollten als Paar alle überstrahlen, fügen sich aber eher ins Geschehen. Volksoperndirektor und in diesem Fall auch amtierender Regisseur Robert Meyer, indes spielt seine schauspielerischen Qualitäten als Metternich aus. Und Franz Suhrada zeigt trotz weniger Sätzen mit feinen Gesten herausragende Bühnenpräsenz. Der Rest des Ensembles fügt sich ins gute Mittelmaß dieser Produktion.

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