Vogelgrippe hat Oberösterreich erreicht: H5N1-Virus bei toten Wildvögeln nachgewiesen

Überwachungszonen an Donau und Inn eingerichtet Neuerlicher Verdachtsfall heute in Wien gemeldet

Die Vogelgrippe hat jetzt auch Oberösterreich erreicht. Bei zwei tot aufgefundenen Wildvögeln besteht ein konkreter Verdacht auf das Virus. Betroffen sind die Bezirke Perg und Schärding am Inn. Die entsprechenden Schutz- und Überwachungszonen mit den bereits in anderen Fällen erlassenen Beschränkungen wurden angeordnet. In Schärding waren bereits ab 10. März Schutzmaßnahmen getroffen worden, nachdem zuvor auf der bayerischen Seite des Inns ein infizierter, toter Schwan gefunden worden war.

Nunmehr ergab bei einer im Ortsgebiet von Wernstein (Bezirk Schärding) am Innufer gefundenen verendeten Wildente die Untersuchung im AGES-Referenzlabor Mödling einen positiven H5N1-Befund. Ein ebensolches Ergebnis sei nach Auskunft der Experten auch für einen im Ortsgebiet von Sarmingstein (Gemeinde St. Nikola im Bezirg Perg) neben der Donau gefundenen toten Schwan zu erwarten. Die offizielle schriftliche Bestätigung stehe allerdings noch aus.

Landesrätin Stöger betonte, dass absolut keinerlei Grund zu Panik bestehe. "Es wurden sofort die laut Krisenplan vorgesehenen Schutz- und Vorsorgemaßnahmen eingeleitet." Das Gesundheitsministerium werde noch am Mittwoch entsprechende Schutz- und Überwachungszonen rund um die Auffindungsorte erlassen, sowie Maßnahmen, die in diesen Zonen gelten. Dabei werden unter anderem Beschränkungen für den Transport von Geflügel eingeführt.

Zweiter Verdachtsfall in Wien
In Wien gibt es einen zweiten Vogelgrippe-Verdachtsfall. Erneut ist es ein Schwan aus dem Wasserpark an der Alten Donau im Bezirk Floridsdorf, bei dem laut Gesundheitsministerium der begründete Verdacht besteht, dass er mit dem für Menschen gefährlichen H5N1-Virus infiziert sein könnte. Das Tier wurde am 16. März gefunden.

Proben des Tiers werden nun zur genaueren Untersuchung an das EU-Referenzlabor nach Weybridge gesandt. "Ich habe sofort die zuständigen Dienststellen der Stadt Wien darum ersucht, die nötigen Maßnahmen wieder zu ergreifen. Der Wasserpark wird wieder gesperrt - und die MA 60 (Veterinäramt) hat das Gesundheitsministerium ersucht, die Schutzzone für den 21. und 22. Bezirk erneut einzurichten sowie ganz Wien zur Überwachungszone zu erklären", erklärte die zuständige Stadträtin Sonja Wehsely (S) am Mittwoch.

Erst in der Nacht auf Dienstag waren in Wien die Maßnahmen wegen des ersten Verdachtsfalls endgültig aufgehoben worden. Dieser war am 18. Februar bekannt geworden. In den Untersuchungen stellte sich heraus, dass der Schwan tatsächlich mit der Seuche infiziert war - allerdings nicht mit dem H5N1-Erreger, sondern mit dem für Menschen weniger gefährlichen H5-Virus.
(apa/red)